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Joint Venture EME Aero gegründet

 

05. Dez 2017 - 13:23 Uhr


Wirtschaft

Joint Venture EME Aero gegründet

Lufthansa Technik und MTU Aero Engines haben ihr gemeinsames Instandhaltungsunternehmen für Getriebefan-Triebwerke gegründet, an dem beide Partner jeweils 50 Prozent der Anteile halten. Das Joint Venture trägt den Namen Engine Maintenance Europe, kurz EME Aero.


Der Vertrag wurde am 04. Dezember von beiden Partnerunternehmen unterzeichnet, nachdem eine Grundsatzvereinbarung im Februar 2017 getroffen worden war. EME Aero sp. z o.o. wird ihren Sitz in Polen haben und soll künftig rund 800 Mitarbeiter beschäftigen. Beide Joint Venture-Partner investieren bis 2020 insgesamt rund 150 Mio. Euro. Projektleiter Derrick Siebert (CEO) von Lufthansa Technik und sein Counterpart Dr. Uwe Zachau (COO) von der MTU Aero Engines leiten das Unternehmen, das 2020 seinen Betrieb aufnehmen soll.


400 Getriebefan-Shop Visits für A320neo jährlich


Der Lufthansa Technik Konzern ist mit rund 35 Tochter- und Beteiligungsunternehmen einer der weltweit führenden Anbieter flugzeugtechnischer Dienstleistungen. Die MTU Aero Engines, als Deutschlands führender Triebwerkshersteller. MTU-Bauteile kommen bei einem Drittel der weltweiten Verkehrsflugzeuge zum Einsatz.Geplant ist eine Kapazität von mehr als 400 Instandsetzungen (Shop Visits) pro Jahr von Getriebefan-Triebwerken der PW1000G-Serie, die unter anderem bei der Airbus A320neo-Familie im Einsatz ist. Die beiden Joint Venture-Partner MTU und Lufthansa Technik haben in den letzten Monaten dabei ihre Prognose zur Mitarbeiterzahl wie auch den jährlichen Shop Visits angehoben.


Es galt als große Herausforderung, EME Aero in kurzer Zeit zum Laufen zu bringen. Möglich wurde das durch ein kombiniertes Projektteam, in dem beide Shareholder ihre Stärken vereinten. Für die Spezialisten ist es eine riesige Motivation, die Instandhaltung für eine ganz neue Generation von zivilen Triebwerken hier in Europa auf den Weg zu bringen.


Mit einer Unternehmensgründung in Polen hat die MTU Aero Engines bereits beste Erfahrungen gemacht. 2009 nahm die MTU Aero Engines Polska, eine Tochtergesellschaft der MTU Aero Engines, ihren Betrieb auf. 2013 begannen die Arbeiten zum Ausbau des Werks. Zum Aufgabenspektrum gehören neben Entwicklungs- und Fertigungsaktivitäten auch die Montage der Niederdruckturbine für die PW1000G-Serie, die seit Anfang 2015 am polnischen MTU-Standort Rzeszów erfolgt.


Polen wird Heimat für Luftfahrttechnik


Für Lufthansa Technik ist dies der zweite große Schritt beim Ausbau ihres Engagements in Polen: Bereits im September 2017 wurde in Środa Śląska der Grundstein für ein Joint Venture mit dem Triebwerkhersteller GE Aviation gelegt, um GEnx-2B-Motoren und später auch GE9X-Triebwerke zu überholen. Mit Triebwerkstypen von Pratt & Whitney hat Lufthansa Technik schon seit vielen Jahren Erfahrungen. Im Juli 2016 wurde Lufthansa Technik darüber hinaus Mitglied des Instandhaltungs- Netzwerks für den Getriebefan (GTF) des Triebwerksherstellers. Das Netzwerk bietet die gesamte Bandbreite an Serviceleistungen für die PW1000G-Triebwerke an. Dieses zusätzliche Geschäft hat keinen Einfluss auf die Auslastung bestehender Standorte.


Lufthansa Technik und MTU führen schon seit 2003 ein 50:50 Joint Venture in Malaysia. Die Airfoil Services Sdn. Bhd. (ASSB) in der Nähe von Kuala Lumpur ist auf die Schaufelreparatur von Niederdruckturbinen und Hochdruckverdichtern spezialisiert.


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