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Hall of Fame für Lasertechnik aus Deutschland

 

16. Feb 2018 - 13:39 Uhr


Technik

Hall of Fame für Lasertechnik aus Deutschland

Die Laser Terminals von Mynaric, einer Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), werden in die Space Technology Hall of Fame aufgenommen. Die Auszeichnung der US Space Foundation ist für die Forscher eine große Ehre. Es ist eine hohe internationale Anerkennung für die Technologien des DLR.


Diese Technologien und deren Transfer sind ein gutes Beispiel für Beiträge der Luft- und Raumfahrt zur Digitalisierung", sagte Professor Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR. Um die Laserterminals aus der Forschung in den Markt zu bringen, haben drei Mitarbeiter des Instituts für Kommunikation und Navigation im Jahr 2009 die Firma Vialight – heute Mynaric – gegründet.


Mynaric bringt es auf den Markt


Basis war eine vom DLR entwickelte Technologie für aeronautische Anwendungen, die erstmals im vom Flugzeugbauer Airbus geförderten Projekt an Bord eines Tornados demonstriert wurde. Zusammen mit ViaLight, dem heutigen Mynaric, war im Auftrag von Airbus ein Terminal für den Tornado entwickelt worden, das 2012 mit Mach 0,7 geflogen wurde.


Seitdem hat sich Mynaric stetig weiterentwickelt und ging im Jahr 2017 an die Börse, um das Firmenwachstum weiter voran zu treiben. "Unsere Forschung im Bereich der Kommunikationstechnologien hat die Laserkommunikation vorangebracht, unser Technologiemarketing hat den Transfer in die Anwendung unterstützt und unsere beteiligten Wissenschaftler haben den Unternehmergeist gehabt, die Technologie mit der Gründung des Unternehmens Mynaric in den Markt zu bringen," so Dr. Fischer zum Zusammenspiel der Beteiligten.


"Für eine global bessere Vernetzung mit immer mehr Bandbreite sind die Einsatzmöglichkeiten von Laserkommunikation nahezu unbegrenzt." Die Ausgründung wurde vom DLR Technologiemarketing betreut, mittels Helmholtz Enterprise gefördert und hat das Inkubationsprogramm beim ESA BIC Bavaria durchlaufen. Mynaric verfügt seit 2011 über eine Lizenz zur Kommerzialisierung der am DLR erforschten und im Rahmen von Innovationsprojekten weiterentwickelten Technologie für ein "Internet über den Wolken".


Breitbandanschluss als Herausforderung


In Zeiten von High-Speed-Internet, Vernetzung und Digitalisierung steigt der Bedarf nach allgegenwärtiger Netzwerkanbindung rasant an. Die Infrastrukturen für die Übertragung von Daten außerhalb von Ballungszentren stoßen dabei längst an ihre Grenzen. Konzerne wie Amazon, Google oder Facebook streben als Reaktion darauf den Aufbau eines superschnellen Internets über den Wolken an, um auch die Randgebiete ans Netz zu bringen. Die von Mynaric entwickelten Produkte ermöglichen den Aufbau der hierfür benötigten Datenautobahnen zwischen Flugzeugen, Plattformen in der Stratosphäre oder auch Satelliten. Das Laserlicht kann große Datenmengen über enorme Entfernungen verlustfrei und sicher übertragen.


Das DLR-Institut für Kommunikation und Navigation ist seit vielen Jahren in der Erforschung von Laserkommunikationssystemen aktiv und nimmt eine international führende Rolle bei der Entwicklung und Erprobung solcher Systeme ein. "Unser Institut konnte Vieles erstmals demonstrieren. Dazu gehört die erste Verbindung mit einem Fesselballon, mit einem Stratosphärenballon, mit einer Propellermaschine und zusammen mit Mynaric mit einem Düsenjet.


Weltrekorde aufgestellt


Darüber hinaus halten wir am Institut verschiedene Weltrekorde, zu denen die Übertragung mit einer Datenrate von 1,73 Terabit pro Sekunde über eine Freiraumstrecke von mehr als zehn Kilometer zählt. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten immer wieder die Grundlagen für neue technologische Entwicklungen legen," berichtet Professor Christoph Günther, Direktor des DLR Instituts für Kommunikation und Navigation. Mit Laserkommunikation lässt sich die Übertragungsrate deutlich erhöhen, da mehr als 1.000 Mal so viel Spektrum zur Verfügung steht. Aus der hohen Bündelung des Lichtes folgt, dass ein großer Teil dieses Lichts den Empfänger trifft. Das vergrößert die Effizienz gegenüber Radiowellen erheblich.


"Wir erleben aktuell einen Umbruch in der Telekommunikationsinfrastruktur und Laserkommunikation wird als Äquivalent zur Glasfaser für die Datenübertragung in der Luft als Schlüsseltechnologie gehandelt. Wir sehen uns mit unseren Produkten bestens positioniert, um uns als einer der Marktführer für das Internet über den Wolken zu etablieren," so Mynaric-Vorstand Dr. Wolfram Peschko.


Aufnahme in die Hall of Fame


Unter der Überschrift "Laser Terminals for the skies and beyond" werden die Laserkommunikationsprodukte von Mynaric in die "Space Technology Hall of Fame" aufgenommen. Einige Schlüsseltechnologien hierfür wurden vom DLR lizensiert. Mit der Aufnahmen in die Hall of Fame werden jährlich Technologien gewürdigt, die ursprünglich für die Luft- und Raumfahrttechnik entwickelt wurden und als marktreife Produkte eine praktische Anwendung finden – insbesondere wenn sie die Lebensqualität der Menschen steigert. Hierfür werden neben Einzelpersonen auch Organisationen gewürdigt.


Der Preis wurde 1988 durch die Space Foundation, einer gemeinnützigen Organisation zur Unterstützung der Erforschung und Nutzung des Weltraums mit Sitz in Colorado, in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA geschaffen. "Wir freuen uns, dass die Space Foundation diese gemeinschaftliche Leistung aus konsequenter Forschung, Transfer und mutigem Unternehmergeist in die Space Technology Hall of Fame aufnimmt," so Dr. Rolf-Dieter Fischer, Leiter des DLR Technologiemarketings. Die offizielle Preisübergabe findet am 19. April 2018 auf dem Space Symposium in Colorado Springs statt.


Boden-Luft-Boden: Lasertechnik aus Deuschland


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