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10.000 Laserkontakte über den Daten-Highway im All

 

18. Mai 2018 - 17:26 Uhr


Technik

10.000 Laserkontakte über den Daten-Highway im All

SpaceDataHighway heißt eine Technologie, die als weltweit erstes weltraumgestütztes Gegenstück zu terrestrischen Glasfasernetzen die Rekordmarke von 10.000 erfolgreichen Laserverbindungen erreicht. Die Zuverlässigkeit des auf modernster Lasertechnologie basierenden Systems liegt derzeit bei 99,8 Prozent. In den ersten anderthalb Jahren Regelbetrieb wurden über diese Verbindungen mehr als 500 Terabyte Daten heruntergeladen.


Die Satelliten des Systems binden sich über Laser an andere Satelliten an, die tausende von Kilometern unter ihnen aus niedrigen Erdumlaufbahnen die Erde scannen, und sammeln deren Daten. Aus seiner Position im geostationären Orbit arbeitet der SpaceDataHighway als Relais, das die enormen Datenmengen dieser Erdbeobachtungssatelliten in Fast-Echtzeit mit einer Geschwindigkeit von 1,8 Gbit/s an die Erde übermittelt. Normalerweise müssten diese Daten sonst so lange gespeichert werden, bis der jeweilige Satellit seine Bodenstation wieder überfliegt.


Übertragung wie 100.000.000 MP3


Die Herstellung der Laserverbindungen wird durch das SpaceDataHighway Mission Operation Centre überwacht, das rund um die Uhr besetzt und an einem Airbus-Standort nahe München untergebracht ist. Das Personal im Kontrollzentrum erhält Übertragungsanforderungen von Kunden, programmiert das Raum- und Bodensegment und überwacht die Kommunikationsleistung.


"Während des Jahres 2017 befand sich das System noch in der Hochlaufphase, doch in diesem Jahr erreichen wir bereits mehr als 1.000 Verbindungen pro Monat mit sehr hoher Zuverlässigkeit", sagte Hughes Boulnois, Leiter des SpaceDataHighway-Programms bei Airbus Defence and Space. "Das Volumen der bisher übertragenen Daten entspricht rund 100 Millionen MP3-Musikdateien. Die Übertragungskapazität des SpaceDataHighway geht jedoch weit darüber hinaus."


Theoretisch könnte der SpaceDataHighway jeden Tag bis zu 40 Terabyte Daten von Beobachtungssatelliten, Drohnen oder Luftfahrzeugen zur Erde übermitteln. Aktuell wird er vom Copernicus-Programm der Europäischen Union genutzt, die Kundenzahl ließe sich jedoch beträchtlich erhöhen. Ab 2019 wird das System auch Informationen aus dem Columbus-Modul der Internationalen Raumstation ISS übermitteln. Ab 2020 werden die Pléiades-Neo-Satelliten ihre Daten über den SpaceDataHighway senden.


Der SpaceDataHighway ist eine Public-Private-Partnerschaft (PPP) zwischen der Europäischen Weltraumorganisation ESA und Airbus als Eigentümer und Betreiber des Systems. EDRS-A, der erste, 2016 gestartete SpaceDataHighway-Relaissatellit, bietet eine Abdeckung von der amerikanischen Ostküste bis Indien. Ein zweiter Satellit, EDRS-C, soll im Jahr 2019 starten. Er wird die Kapazität des Systems verdoppeln und die Abdeckung und Redundanz erhöhen. Airbus plant, das SpaceDataHighway-System um einen dritten Knoten, EDRS-D, über der Region Asien-Pazifik zu erweitern.


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