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3D-Druck für Mondlander nimmt Reise auf

 

12. Feb 2019 - 14:52 Uhr


Technik

3D-Druck für Mondlander nimmt Reise auf

Ruag Space in Zürich hat die erste 3D-gedruckte Komponente für einen Mondlander entwickelt. Diese Struktur wird das Triebwerk eines Raumfahrzeugs des israelischen Unternehmens SpaceIL in richtiger Position halten. Am 18. Februar soll solch ein Lander seine Reise zum Mond antreten.


Eine 3D-Triebwerkhalterung von Ruag Space wird die erste 3D-gedruckte Komponente auf dem Mond sein. Sie ist Teil des Mondlanders des israelischen Privatunternehmens SpaceIL, welcher Mitte Februar ins All starten soll. Das Raumfahrzeug wird eine Aluminiumstruktur aus dem 3D-Drucker als Halterung für sein Haupttriebwerk verwenden. Die Struktur wurde von Ruag Space in Zürich entwickelt. "Unsere 3D-Komponente wird die Landung und den Start des Raumfahrzeugs auf dem Mond unterstützen", erklärt Peter Guggenbach, CEO von Ruag Space, Europas führendem Raumfahrtanbieter. Ruag Space ist ein Pionier im Bereich des 3D-Drucks für den Weltraum.


3D-Druck für Metall und Kunststoff


"Mit dem 3D-Druck profitieren unsere Kunden von einer schnelleren und kostengünstigeren Produktion", sagt Guggenbach. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren bietet der 3D-Druck eine Vielzahl von Vorteilen. Der 3D-Druck ermöglicht die Herstellung von leichteren Metall- oder Kunststoffteilen. "Gewichtsreduzierung ist ein entscheidender Faktor in der Raumfahrtindustrie", erklärt Guggenbach.


Umso leichter ein Raumfahrtbauteil, desto geringer werden auch die Kosten. Jedes Kilogramm weniger spart Geld, da weniger Energie für den Transport der Nutzlast in seine Umlaufbahn aufgebracht werden muss. Neben leichteren Teilen ermöglicht der 3D-Druck aber auch die Herstellung von Gebilden, die im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsarten wie z.B. dem Fräsen, Drehen oder Schleifen, eine höhere Leistung bei geringerer Masse bieten.


Zweimonatige Reise durch das Weltall


Die Mission von SpaceIL wäre die erste Mondlandung, die nicht von der Regierung eines Staates, sondern von einem Privatunternehmen durchgeführt wird. Der Start soll Mitte Februar erfolgen und die Landung ist am Ende der zweimonatigen Reise durch das Weltall vorgesehen. Nach der Landung auf der Mondoberfläche soll das Raumfahrzeug Fotos und Videos sowie Daten über das Magnetfeld des Mondes zurücksenden.


Seit 2014 entwickelt Ruag Space Raumfahrtkomponenten auf Basis der sogenannten Additive Manufacturing (3D-Druck)-Technologie. Ruag Space entwarf die Komponente für die SpaceIL-Mondmission und qualifizierte sie für den Weltraum. Für die Herstellung der 3D-Druckstruktur beauftragte Ruag Space das US-Unternehmen MORF3D, einen führenden Anbieter von Additive Manufacturing-Lösungen für die Luft- und Raumfahrtindustrie.


3D-Druck für den Mond auf den Bildern: Die 3D-gedruckte Halterung von Ruag Space stützt das Triebwerk der Mondlandefähre; Mondlandefähre des israelischen Unternehmens SpaceIL; Peter Guggenbach, CEO Ruag Space.


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