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Qantas fliegt längsten Flug: Sydney – New York

 

23. Aug 2019 - 01:16 Uhr


Wirtschaft

Qantas fliegt längsten Flug: Sydney – New York

Qantas will Extremlangstreckenflüge durchführen, um in Vorbereitung auf den Liniendienst Auswirkungen solcher Flüge auf die Passagiere und Crews zu untersuchen.

Qantas führt diese Flüge innerhalb ihres "Project Sunrise" durch, an dem mehrere Universitäten beteiligt sind und an dessen Ende non-stop Langstreckenflüge von der Ostküste Australiens, also ab Brisbane, Sydney und Melbourne, nach London und New York stehen sollen. Qantas schickt dazu den Dreamliner mit der größten Reichweite, die Boeing 787-9, innerhalb dreier Monate auf drei Flüge. Dabei werden fabrikneue Flugzeuge nach der Übergabe extra direkt zu den Flughäfen disponiert. Anstatt sie leer von Seattle nach Australien fliegen zu lassen, werden sie zwei Routen aus dem Project Sunrise fliegen: von London und New York nach Sydney.

Premiere: Non-stop von New York nach Sydney

Es wird der erste Flug einer Passagier-Fluggesellschaft direkt von New York nach Sydney sein, und erst das zweite Mal, dass ein Direktflug von London nach Sydney geflogen wird. Qantas flog schon einmal die Strecke non-stop von London nach Sydney. Das war 1989 mit der Indienststellung einer Boeing 747-400. Um diese Reichweite zu ermöglichen hatte das Flugezug mit der Registrierung VH-OJA, welches seit 2017 im Luftfahrtmuseum steht, nur eine Minimalausstattung statt einer ordentlichen Kabine und nur 23 Menschen an Bord. Bei den jetzt geplanten Flügen fliegt ein komplett für den baldigen Liniendienst ausgestatteter 787 Dreamliner. Hier werden maximal 40 Personen mit wenig Gepäck an Bord sein, inklusive der Crew. Damit wird das Gewicht begrenzt, um mit dem Treibstoffvorrat diese Langstrecke auch bewältigen zu können. Die C02-Emissionen der Testflüge will Qantas komplett ausgleichen, so die Airline.

Es geht aber weniger um das Flugzeug 787 Dreamliner, sondern um die Passagiere und Crew auf solch langen Flügen. An Bord werden sich hauptsächlich Angestellte von Qantas befinden. Sie erhalten Wearables und können auf bestimmten Etappen besondere Erfahrungen auf dem Flug sammeln, der je nach Wind und Wetter immerhin 19 Stunden dauern soll. Medizinisches Personal wird dabei Schlafmuster, Essens- und Trinkverhalten aufzeichnen. Ebenso physische Aktivitäten und der Gebrauch der Unterhaltungsmedien, um die Biologische Uhr und das Wohlbefinden zu erfassen.

Piloten medizinisch und mit EEG untersucht

Auch die Piloten sollen während und nach den Flügen auf ihre Melatoninwerte hin von Forschern der Monash University untersucht werden. Die Piloten werden zudem ein EEG (Electroencephalogramm) tragen um die Gehirnströme und die Aufmerksamkeit zu messen. So soll ein optimales Erholungs- und Arbeitszeitmuster für die Crew auf den langen Strecken gefunden werden.

Qantas Group CEO Alan Joyce bezeichnete diese Ultralangstrecken von Australiens Ostküste nach London oder New York als wahrlich die letzte Frontier der Luftfahrt. Schon am Boden wolle man daher alles im Vorfeld richtig machen. Keine andere Airline habe eine derart spezifische Forschung bisher gemacht. Das soll auch den Passagieren und Crews auf bisherigen Langstreckenflügen zugute kommen. Erst kürzlich hat Qantas die viertlängste Flugstrecke der Welt nach Chicago angekündigt. Schon früher hat Qantas Daten zu Schlafstrategien, Essensgewohnheiten und körperlicher Abwechslung auf Flügen von Perth nach London verarbeitet. Die Daten zur Crew-Gesundheit sollen an die Behörde der Flugsicherheit weitergegeben werden.

Strecken erfordern modernste Flugzeuge

Qantas hat von den beiden großen Herstellern Airbus und Boeing Flugzeuge angeboten bekommen (A350 und 777X), welche die Strecken aus dem Project Sunrise mit durchführbaren Nutzlasten bewältigen können. Eine finale Entscheidung für Project Sunrise soll es in Abhängigkeit von der Wirtschaftlichkeit des Flugzeugs, der behördlichen Zulassung und industriellen Abmachungen bis Ende des Jahres geben. Es ist eine unternehmerische Entscheidung, und da muss die Wirtschaftlichkeit passen, so CEO Joyce.

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