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Nautische Navigation: R-Mode für Ausfall von Satelliten

 

24. Sep 2019 - 00:10 Uhr


Technik

Nautische Navigation: R-Mode für Ausfall von Satelliten

Nautische Navigation bedeutet auch auf hoher See den Standort auf wenige Meter genau bestimmen. Dafür wird schon seit vielen Jahren satellitengestützte Navigation genutzt, bald könnte der R-Mode zum Standard bei VDES werden.


In besonders komplizierten Situationen, bei denen auf Seewegen präzise navigiert werden muss, müssen genaue Positionsdaten ständig zur Verfügung stehen. Störungen oder Ausfälle der Signale aus dem All können gravierende Konsequenzen für die Schifffahrt haben. Seit Oktober 2017 arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am sogenannten R-Mode-System, welches als terrestrisches Backupsystem bei temporären Ausfällen oder lokalen Störungen satellitengestützter Systeme in der Zukunft zum Einsatz kommen soll.


R-Mode Bestandteil von VDES


Ziel ist die Implementierung von R-Mode im zukünftigen maritimen Kommunikationsstandard VDES. Schon im Juli 2019 wurden am Ammersee erste erfolgreiche Tests durchgeführt, um auf Basis des in der Schifffahrt weltweit eingesetzten Automatischen Identifikationssystems (AIS) bzw. dessen derzeit in Entwicklung befindlicher Erweiterung (VDES – VHF Data Exchange System) die Distanz eines Empfängers zu den Senderstationen schätzen zu können. Hierzu wurden die Schiffe MS Augsburg und MS Utting mit modifizierten AIS/VDES Empfängern ausgestattet. Diese Messungen sind ein notwendiger Schritt von der Theorie zur ersten Evaluierung unter realen Ausbreitungsbedingungen hin zu dem Testbed in der Ostsee.


Aktuell wird in der Ostsee unter Leitung des DLR dazu das erste weltweite Testfeld im Rahmen des Projektes R-Mode Baltic entwickelt und aufgebaut. Diese und andere Ergebnisse wurden nunmehr auf dem durch das DLR organisierten ‚R-Mode Workshop‘ bei der International Association of Marine Aids to Navigation and Lighthouse Authorities (IALA) in Paris in einem breiten Expertenkreis vorgestellt und diskutiert. Die Bilder zeigen die erfolgreichen Tests am Ammersee im Juli 2019 auf Basis des automatischen Identifikationssystems (AIS). Es soll bei temporären Ausfällen satellitengestützter Systeme als Backupsystem zum Einsatz kommen.


IALA ist eine internationale technische Vereinigung, die Schifffahrtsbehörden, Herstellern und Wissenschafts- und Ausbildungseinrichtungen eine Plattform zum Austausch und Vergleich ihrer Erfahrungen und Leistungen bietet. Die Zusammenarbeit in der IALA ist geprägt von den gemeinsamen Bemühungen, Navigationshilfen weltweit zu harmonisieren und somit sicherzustellen, dass Schiffe sich sicher und kostengünstig bewegen können und gleichzeitig die Umwelt geschützt wird.


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