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Airbus sieht sich nach drei Quartalen auf dem Vormarsch

 

30. Okt 2019 - 19:58 Uhr


Wirtschaft

Airbus sieht sich nach drei Quartalen auf dem Vormarsch

Airbus SE hat seine konsolidierten Ergebnisse für die ersten neun Monate 2019 veröffentlicht. Der Auftragsbestand bei Airbus belief sich zum 30. September 2019 auf 7.133 Zivilflugzeuge. Die Zahl der Nettobestellungen bei Hubschraubern lag bei 173 (9M 2018: 230 Hubschrauber), darunter 12 Maschinen vom Typ H135 im dritten Quartal.


Der Auftragseingang nach Wert bei Airbus Defence and Space betrug insgesamt 6,1 Mrd. Euro. Dieser umfasste im dritten Quartal wichtige Vertragsabschlüsse bei Space Systems. Die Zahl der Bruttobestellungen für Zivilflugzeuge betrug insgesamt 303 (9M 2018: 311 Flugzeuge), darunter allein im dritten Quartal 20 A330neo und 22 A350 XWB; die Nettobestellungen lagen bei 127 Flugzeugen (9M 2018: 256 Flugzeuge). "Die Finanzergebnisse der ersten neun Monate spiegeln in erster Linie die Performance im Zivilflugzeuggeschäft wider und sind sowohl auf den Produktionshochlauf bei der A320neo als auch auf die Fortschritte beim A350-Programm zurückzuführen", erläutert Guillaume Faury, Chief Executive Officer von Airbus.


Industriehochlauf für A320neo und A350 XWB


"Unser Fokus liegt hauptsächlich auf dem Produktionshochlauf bei der A320neo-Familie und der Verbesserung der industriellen Abläufe, während wir gleichzeitig die höhere Komplexität bei der ACF-Version der A321 managen. Unsere Auslieferungszahlen in den ersten neun Monaten und die überarbeitete Auslieferungsprognose für das Jahr spiegeln die grundlegenden Maßnahmen wider, mit denen wir einen effizienteren Auslieferungsfluss in den nächsten Jahren gewährleisten werden. Dies erfolgt im Hinblick auf die für 2021 angestrebte Produktionsrate von monatlich 63 Flugzeugen der A320-Familie. Die Free Cash Flow-Prognose für das Gesamtjahr haben wir angepasst, um der geänderten Auslieferungsprognose Rechnung zu tragen, während die Zielvorgabe für das bereinigte EBIT beibehalten wird. Unser Fokus liegt darauf, unsere Kundenzusagen einzuhalten und das Produktionssystem der Zukunft vorzubereiten."


Der Konzernumsatz erhöhte sich auf 46,2 Mrd. Euro (9M 2018: 40,4 Mrd. Euro). Dies ist insbesondere auf den Anstieg bei den Auslieferungen, einen günstigen Mix und die positive Entwicklung der Wechselkurse zurückzuführen. Insgesamt wurden 571 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert (9M 2018: 503 Flugzeuge), davon 33 A220, 422 Maschinen der A320-Familie, 34 A330, 77 A350 und fünf A380. Airbus Helicopters lieferte 209 Maschinen aus (9M 2018: 218 Hubschrauber). Die Umsatzzahlen blieben stabil, da das Wachstum im Bereich Services die zeitliche Staffelung bei Umsätzen der Programme ausglich. Im September wurde die tausendste Super Puma ausgeliefert. Der Umsatzanstieg bei Airbus Defence and Space wurde in erster Linie von der Geschäftstätigkeit von Military Aircraft getragen.


Das konsolidierte bereinigte EBIT – eine alternative Finanzkennzahl und ein Schlüsselindikator zur Erfassung der operativen Gewinnspanne ohne Berücksichtigung wesentlicher Aufwendungen oder Erträge aus Rückstellungsveränderungen für Programme, Restrukturierung oder Währungsschwankungen sowie Veräußerungsgewinne/-verluste aus dem Verkauf oder Erwerb von Unternehmen – stieg auf 4.133 Mio. Euro (9M 2018: 2.738 Mio. Euro) und wurde in erster Linie von der Performance im zivilen Flugzeuggeschäft von Airbus getragen.


Das bereinigte EBIT von Airbus verzeichnete einen kräftigen Anstieg auf 3.833 Mio. Euro (9M 2018: 2.340 Mio. Euro), was insbesondere dem A320-Produktionshochlauf, dem Premium Pricing der NEO-Version, einer verbesserten finanziellen Performance des A350-Programms und der günstigen Entwicklung der Wechselkurse, die bereits im ersten Halbjahr 2019 eintrat, zu verdanken ist.


Beim A320-Programm waren 338 der insgesamt 422 Auslieferungen NEO-Versionen. Der Produktionshochlauf der ACF-Version (Airbus Cabin Flex) der A321 dauert an und bleibt herausfordernd. Das ACF-Programm wird im vierten Quartal 2019 weiter hochgefahren, wobei die Verbesserung des industriellen Reifegrads des Programms auch im Jahresverlauf 2020 herausfordend sein wird. Airbus sondiert weiterhin Möglichkeiten, den Anteil der A321 an der aktuellen Produktionskapazität der A320-Familie zu erhöhen. Der Produktionshochlauf bei der A330neo setzte sich fort: 26 der insgesamt 34 im Neunmonatszeitraum ausgelieferten A330 waren A330neo. Bei der A350 wurden weiterhin gute Fortschritte erzielt; die laufenden Kosten nähern sich den Zielvorgaben an. Damit ist das Programm auf gutem Weg, die Gewinnschwelle dieses Jahr zu erreichen.


Projekte und Kampagnen: Fortschritte in den Sparten


Das bereinigte EBIT von Airbus Helicopters blieb mit 205 Mio. Euro stabil (9M 2018: 202 Mio. Euro) und spiegelt einen höheren Beitrag aus dem Services-Geschäft wider, der durch einen ungünstigeren Auslieferungsmix teilweise kompensiert wurde. Airbus Defence and Space verzeichnete ein bereinigtes EBIT von insgesamt 355 Mio. Euro (9M 2018: 409 Mio. Euro), das vor allem den Aufwand zur Unterstützung laufender und künftiger Kampagnen widerspiegelt. Der Fokus der Division liegt vor allem auf einer Verbesserung der Performance in allen Geschäftsfeldern.


Zehn A400M-Militärtransportflugzeuge wurden ausgeliefert. Damit befanden sich zum 30. September 2019 84 dieser Maschinen im Betrieb. Im dritten Quartal wurden wichtige Meilensteine auf dem Weg zur vollen Einsatzfähigkeit des Flugzeugs erreicht. Dazu zählten das erfolgreiche Absetzen von 58 Fallschirmjägern aus einer Seitentür und das gleichzeitige Absetzen von 80 Fallschirmjägern aus beiden Seitentüren in einem Durchgang sowie Hubschrauber-Luftbetankungsübungen mit einer H225M.


Der Mittelabfluss bei der A400M reduziert sich, die Entwicklung entspricht in diesem Bereich jedoch noch nicht den Zielvorgaben. Airbus wird seine Entwicklungstätigkeiten mit Blick auf die Einhaltung des überarbeiteten Zeitplans für den Fähigkeitsaufwuchs fortsetzen. Die Nachrüstungsarbeiten schreiten gemäß dem Zeitplan voran, der mit den Kunden vereinbart wurde. Insbesondere bei den Exporten bleiben Herausforderungen weiterhin bestehen.


Die konsolidierten Aufwendungen für eigenfinanzierte Forschung und Entwicklung beliefen sich auf 2.150 Mio. Euro (9M 2018: 2.103 Mio. Euro). Das konsolidierte berichtete EBIT erhöhte sich auf 3.431 Mio. Euro (9M 2018: 2.683 Mio. Euro), einschließlich Nettoanpassungen in Höhe von -702 Mio. Euro. Diese Anpassungen beinhalteten:


  • einen negativen Beitrag in Höhe von -253 Mio. Euro aufgrund der Differenz von Dollar-Zu- und ‑Abflüssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aufgrund bilanzieller Neubewertungen;
  • eine Belastung in Höhe von -221 Mio. Euro, davon -13 Mio. Euro im dritten Quartal 2019, aufgrund der anhaltenden Aussetzung von Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter an Saudi-Arabien durch die Bundesrepublik Deutschland, die nun bis März 2020 verlängert wurde;
  • eine Belastung in Höhe von -158 Mio. Euro durch Kosten im A380-Programm, davon ‑22 Mio. Euro im dritten Quartal 2019, im Zuge der fortlaufenden Einschätzung der Wiedereinbringbarkeit von Ressourcen und der vierteljährlichen Prüfung der Drohverlustrückstellungen;
  • weitere Aufwendungen in Höhe von -70 Mio. Euro.

Der konsolidierte Gewinn je Aktie lag bei 2,81 Euro (9M 2018: 1,88 Euro) und umfasste negative Auswirkungen aus dem Finanzergebnis, insbesondere im Zusammenhang mit Verlusten aus Wechselkurs-Effekten bereits im zweiten Quartal 2019, die auf die weitere Aussetzung der Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter zurückzuführen sind. Das Finanzergebnis lag bei -233 Mio. Euro (9M 2018: -413 Mio. Euro). Die finanziellen Auswirkungen der Aussetzung von Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter sowie die Neubewertung von Steueransprüchen und -verbindlichkeiten wirkten sich auch auf den effektiven Steuersatz aus. Das konsolidierte Konzernergebnis (Net Income)1 lag bei 2.186 Mio. Euro (9M 2018: 1.453 Mio. Euro).


Der konsolidierte Free Cash Flow vor Fusionen und Übernahmen sowie Kundenfinanzierungen belief sich auf -4.937 Mio. Euro (9M 2018: -4.169 Mio. Euro) und spiegelt insbesondere den Aufbau von Nettoumlaufvermögen für künftige Auslieferungen wider, einschließlich der kurz vor der Auslieferung stehenden Flugzeuge in späten Produktionsphasen. Der konsolidierte Free Cash Flow betrug -5.127 Mio. Euro (9M 2018: ‑3.928 Mio. Euro).


Die konsolidierte Nettoliquidität belief sich zum 30. September 2019 auf 5,6 Mrd. Euro (Jahresende 2018: 13,3 Mrd. Euro), nachdem im zweiten Quartal 1,3 Mrd. Euro an Dividenden für das Jahr 2018 gezahlt wurden. Die Bruttoliquidität belief sich zum 30. September auf 17,8 Mrd. Euro (Jahresende 2018: 22,2 Mrd. Euro).


Drohende US-Zölle auf Flugzeuge von Airbus


Angesichts der jüngsten Entwicklungen im WTO-Streit hat der US-Handelsbeauftragte (United States Trade Representative – USTR) entschieden, mit Wirkung zum 18. Oktober 2019 Zölle auf Airbus-Verkehrsflugzeuge zu erheben, die aus der EU in die USA importiert werden. Die Zölle betreffen, wie angekündigt, keine Komponenten, die von Europa nach Mobile, USA geliefert werden.


Airbus arbeitet mit seinen US-amerikanischen Kunden am Management der Konsequenzen dieser Zölle. Eine mögliche Entscheidung der EU, Zölle auf US-Produkte zu erheben, sollte zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Airbus setzt sich weiterhin für eine Verhandlungslösung ein2.


Ausblick: Neuer Rekord von 860 Flugzeugen


Der Ausblick des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2019 basiert auf der Erwartung, dass Weltwirtschaft und Luftverkehr gemäß den vorherrschenden unabhängigen Prognosen wachsen. Diese beruhen auf der Prämisse, dass es zu keinen größeren Turbulenzen kommt. Die Prognosen für Gewinn und Free Cash Flow für das Jahr 2019 werden vor Fusionen und Übernahmen ermittelt.


  • Airbus strebt für 2019 an, rund 860 Zivilflugzeuge zuliefern, auf Basis des überarbeiteten Lieferplans.
  • Auf dieser Grundlage gilt: Airbus behält die erwartete Steigerung des bereinigten EBITs um ca. 15 Prozent gegenüber 2018 bei.

Airbus erwartet jetzt einen Free Cash Flow vor Fusionen und Übernahmen sowie Kundenfinanzierungen von ca. drei Mrd. Euro.


Airbus: konsolidierte Neunmonatsergebnisse


Beträge in Euro.


Airbus, konsolidiert9M 20199M 2018Veränderung
Umsatz, in Mio.46.16840.421+14%
davon Verteidigung, in Mio.6.231 6.141+1%
EBIT (bereinigt), in Mio.4.133 2.738+51%
EBIT (berichtet), in Mio.3.431 2.683+28%
Forschungs- undEntwicklungsaufwendungen,in Mio.2.150 2.103+2%
Konzernergebnis (Net Income)1, in Mio.2.1861.453+50%
Gewinn je Aktie 2,81 1,88+49%
Free Cash Flow (FCF), in Mio.-5.127-3.928-
Free Cash Flowvor Fusionen & Übernahmen, in Mio.-4.902-4.342-
Free Cash Flow vor Fusionen & Übernahmenund Kundenfinanzierungen, in Mio.-4.937-4.169-


Airbus, konsolidiert30. September 201931. Dezember 2018Veränderung
Nettoliquidität, in Mio.5.57613.281-58%
Mitarbeiter135.978133.671+2%



Nach GeschäftsbereichUmsatzEBIT (berichtet)
(Beträge in Mio. €)9M20199M2018Veränderung9M20199M2018Veränderung
Airbus35.57230.478+17%3.4052.238+52%
Airbus Helicopters3.7123.755-1%203179+13%
Airbus Defence and Space7.7067.051+9%83 479-83%
Transversal & Eliminierungen-822-863--260-213-
Summe46.16840.421+14%3.4312.683+28%



Nach GeschäftsbereichEBIT (bereinigt)
(Beträge in Mio. €)9M20199M2018Veränderung
Airbus3.8332.340+64%
Airbus Helicopters205202+1%
Airbus Defence and Space355409-13%
Transversal & Eliminierungen-260-213-
Summe4.1332.738+51%



Nach GeschäftsbereichAuftragseingang (netto)Auftragsbestand


9M 20199M 2018Veränderung30. September 201930. September 2018Veränderung
Airbus, in Stückzahlen127256-50%7.1337.383-3%
Airbus Helicopters, in Stückzahlen173230-25%681704-3%
Airbus Defence and Space, in Mio. €6.0644.988+22%n. z.n. z.n. z.


Der Umsatz im dritten Quartal 2019 war stabil. Der Rückgang der Auslieferungszahlen bei Zivilflugzeugen wurde durch eine günstige Wechselkursentwicklung sowie den höheren Umsatz von Airbus Defence and Space ausgeglichen.


Das bereinigte EBIT für das dritte Quartal 2019 war stabil, da der Rückgang der Auslieferungszahlen bei den Zivilflugzeugen durch die Umstellung auf die NEO-Version und Fortschritte im A350-XWB-Programm ausgeglichen wurde.


Das berichtete EBIT für das dritte Quartal 2019 ging um 14 Prozent zurück. Hier sind Nettoanpassungen in Höhe von € -266 Mio. berücksichtigt, die in diesem Quartal erfasst wurden. Die Nettoanpassungen für das dritte Quartal 2018 lagen bei € -13 Mio.


Das Konzernergebnis im dritten Quartal 2019 war stabil, was vor allem auf das niedrigere berichtete EBIT zurückzuführen war, das durch ein verbessertes Finanzergebnis und einen niedrigeren effektiven Steuersatz ausgeglichen wurde.


Fußnoten:


1. Airbus SE verwendet weiterhin den Begriff Konzernergebnis (Net Income). Das Konzernergebnis ist identisch mit dem Ergebnis, das den Eigentümern des Mutterunternehmens gemäß den IFRS-Regeln zusteht.


2. Einzelheiten zum WTO-Streit entnehme man dem Jahresabschluss und insbesondere Anmerkung 23 "Litigation and Claims" der "Unaudited Condensed Interim Financial Information of Airbus SE for the nine-month period ended 30 September 2019" auf der Airbus-Seite.


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