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Bartolomeo beim Schütteltest in Göttingen

 

13. Feb 2020 - 13:18 Uhr


Raumfahrt

Bartolomeo beim Schütteltest in Göttingen

Die Plattform Bartolomeo von Airbus wird an der internationalen Raumstation ISS angebracht werden. Zuvor war sie im DLR Göttingen einem Schwingungstest unterzogen worden.


Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in Göttingen eine neuartige Nutzlastplattform von Airbus für die Internationale Raumstation ISS vor ihrem Start getestet. Die Forscher untersuchten das Schwingungsverhalten des Bauteiles, um potentiell gefährliche Vibrationen beim Start ins All auszuschließen. Bartolomeo wurde von Airbus entwickelt und finanziert. Im Rahmen einer ISS-Kommerzialisierungsinitiative der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird Airbus die neue Plattform in einem Public-Private-Partnership betreiben.


Kommerzielle Wertschöpfung am Außenposten ISS


Die Bartolomeo genannte Plattform wird gerade bei der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA auf den Start vorbereitet. Sie soll im März von Cape Canaveral aus mit einer Falcon-Rakete von SpaceX ins All starten. Dort wird sie an der Außenseite des europäischen Columbus-Labormoduls der ISS angebracht. Dort ermöglicht Bartolomeo neue für die Forschung einzigartige Möglichkeiten in direkter Weltraumumgebung, vor allem für Strahlenbiologie, Technologieerprobung, Klima- und Erdbeobachtung, Astronomie, Sonnenphysik und Laserkommunikation.


Mit der Plattform sollen künftig kommerzielle Nutzer schneller und kostengünstiger Experimente im All durchführen können. Die Plattform soll größtenteils ohne Eingriff der Astronauten betrieben werden können. Ein fünf Meter langer Roboterarm erlaubt den Einbau und das Verändern von Experimenten von der Erde aus. Ein möglicher Einsatz ist die Beobachtung von Waldbränden wie zuletzt in Australien.


Nichts ohne Tests an der Raumstation montieren


Die 1,60 Meter hohe und 1,90 Meter lange Nutzlastplattform wurde in Göttingen intensiven Schwingungstests unterzogen. Dafür wurde sie auf ein von der Umgebung entkoppeltes Fundament auf vier Luftpolstern gestellt, sodass keine störenden Schwingungen beispielsweise vorbeifahrender Lkw auftreten. Sogenannte elektrodynamische Shaker (Rüttler) versetzten dann Bartolomeo in Schwingung. 120 Sensoren registrierten die dabei auftretenden Beschleunigungen und ermöglichten eine Analyse des Schwingungsverhaltens der Plattform.


Innerhalb einer Stunde standen erste Auswertungen zur Verfügung. "Wir nutzen diese Methode seit langem für die Untersuchung von Flugzeugen", sagte Julian Sinske vom DLR-Institut für Aeroelastik. Für Kiyoumars Abdoly von Airbus sind die Testergebnisse sehr wichtig: "Wir müssen nachweisen, dass keine negativen Einflüsse auf die Trägerrakete und die Raumstation auftreten." Die Entscheidung über die Unbedenklichkeit von Bartolomeo trifft Hung Hun Nguyen von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, der im DLR Göttingen die Tests begleitete.


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