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Lufthansa Group: 2019 erfolgreich, Flugzeuge am Boden

 

20. Mär 2020 - 00:01 Uhr


Info und News

Lufthansa Group: 2019 erfolgreich, Flugzeuge am Boden

Die wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen der Lufthansa Group zum Jahresabschluss 2019 waren bereits am 13. März berichtet worden. Das bereinigte EBIT der lag mit 2,0 Milliarden Euro trotz erheblicher Belastungen im Rahmen der Prognose. Heute sprach Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, online zur aktuellen Geschäftslage gerade auch zur Coronakrise.


"Die Verbreitung des Coronavirus hat die gesamte Weltwirtschaft und auch unser Unternehmen in einen bislang ungekannten Ausnahmezustand versetzt. Aktuell kann niemand absehen, welche Folgen sich daraus ergeben. Dieser außergewöhnlichen Situation müssen wir mit drastischen und zum Teil schmerzhaften Maßnahmen begegnen. Gleichzeitig müssen wir der besonderen Verantwortung gerecht werden, die Fluggesellschaften in ihren Heimatländern tragen. Wir tun alles, um mit Rückkehrerflügen so viele Passagiere wie möglich nach Hause zu bringen. Und wir helfen nach Kräften mit, dass Lieferketten für viele Tausend Betriebe nicht abreißen, indem wir zusätzliche Kapazitäten für Luftfrachttransporte mobilisieren. Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann. Angesichts der massiven Auswirkungen der Coronakrise rückt die heutige Veröffentlichung unserer Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr leider in den Hintergrund." so Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG.


Umsatz der Gruppe Lufthansa gestiegen

Haupttreiber für den Rückgang des bereinigten EBITs waren um 600 Millionen Euro gestiegene Treibstoffkosten sowie eine spürbare wirtschaftliche Abkühlung, vor allem in den Heimatmärkten des Konzerns. Außerdem belasteten der hohe Preisdruck im europäischen Markt aufgrund von Überkapazitäten sowie die Abschwächung des globalen Luftfrachtmarkts die Ergebnisentwicklung. Der Umsatz der Lufthansa Group stieg im Jahr 2019 um 2,5 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 35,5 Milliarden Euro). Die bereinigte EBIT-Marge betrug 5,6 Prozent (Vorjahr: 8,0 Prozent). Das Konzernergebnis ging um 44 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück (Vorjahr: 2,2 Milliarden Euro).

Die um Währungseffekte bereinigten Stückerlöse der Passagierairlines des Konzerns sind im Jahr 2019 um 2,5 Prozent gesunken, insbesondere durch Überkapazitäten in den Heimatmärkten der Lufthansa Group. Gleichzeitig konnten die um Treibstoff- und Währungseffekte bereinigten Stückkosten im Jahr 2019 um 1,5 Prozent gesenkt werden und damit im vierten Jahr in Folge.


Im Jahr 2019 hat die Lufthansa Group 3,6 Milliarden Euro investiert (Vorjahr: 3,8 Milliarden Euro), ein Großteil davon in neue Flugzeuge. Der Adjusted Free Cashflow ging aufgrund gesunkener Gewinne und höherer Steuerzahlungen auf 203 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 288 Millionen Euro). Der Return on Capital Employed (Adjusted ROCE) nach Steuern ist auf 6,6 Prozent zurückgegangen (Vorjahr: 10,8 Prozent).


Kostenmanagement aktualisiert


Zum Jahresende beliefen sich zinstragenden Nettoverbindlichkeiten auf 4,3 Milliarden Euro. Zuzüglich der im Zuge der Anwendung von IFRS 16 erstmalig bilanzierten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 2,4 Milliarden Euro, betrug die Nettokreditverschuldung damit rund 6,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,5 Milliarden Euro). Die Pensionsverbindlichkeiten stiegen um 14 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,9 Milliarden Euro), im Wesentlichen aufgrund des auf 1,4 Prozent gesunkenen Zinssatzes zur Abzinsung von Pensionsverpflichtungen (Vorjahr: 2,0 Prozent).


Um seine starke finanzielle Position abzusichern, hat der Konzern in den vergangenen Wochen zusätzliche Mittel in Höhe von rund 600 Millionen Euro aufgenommen. Aktuell verfügt der Konzern damit über liquide Mittel von rund 4,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen ungenutzte Kreditlinien von rund 800 Millionen Euro. Weitere Mittelaufnahmen befinden sich aktuell in Umsetzung. Unter anderem wird der Konzern dafür Flugzeugfinanzierungen nutzen.


"Die Lufthansa Group ist finanziell gut gerüstet, um auch einer außergewöhnlichen Krisensituation wie der jetzigen zu begegnen. 86 Prozent der Konzernflotte befinden sich in unserem Eigentum und sind weitestgehend unbelastet, was einem Buchwert von rund 10.000.000.000 Euro entspricht. Zudem haben wir uns entschlossen, der Hauptversammlung eine Aussetzung der Dividendenzahlung vorzuschlagen und stellen in unseren Heimatmärkten Anträge auf Kurzarbeit", sagt Ulrik Svensson, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG. Der Lufthansa Vorstand hat zudem gestern beschlossen, auf 20 Prozent seiner Grundvergütung zu verzichten.


Coronakrise: Airlines der Lufthansa Group bleiben am Boden


Bedingt durch Einreisebeschränkungen in vielen Ländern und einer weggebrochenen Nachfrage war die Lufthansa Group zu drastischen Einschnitten in ihren Flugbetrieb gezwungen. Air Dolomiti hat gestern, 18. März, den vorläufig letzten Flug durchgeführt. Heute ist der vorerst letzte reguläre Linienflug von Austrian Airlines in Wien gelandet. Bis auf Sonderflüge setzt Austrian Airlines ihren Flugbetrieb zunächst bis zum 28. März aus. Brussels Airlines bietet in der Zeit vom 21. März bis 19. April keine regulären Flüge an.


Rückkehrerflugplan: 700 Flugzeuge geparkt


Lufthansa stellt den Langstreckenbetrieb in München ein und wird vorerst nur noch Langstreckenflüge ab Frankfurt anbieten. SWISS bietet neben einem deutlich reduzierten Flugplan für Kurz- und Mittelstrecke künftig nur noch drei wöchentliche Langstreckenflüge nach Newark (USA) an. Auch das Kurzstreckenprogramm von Lufthansa wird nochmals deutlich weiter reduziert und in München nur noch von Lufthansa CityLine geflogen. Von den Drehkreuzen Frankfurt, München und Zürich aus werden ausschließlich einige europäische Metropolen angeflogen. Der Rückkehrerflugplan reicht bis zum 19. April und sieht insgesamt nur rund fünf Prozent des ursprünglich geplanten Programms vor. Rund 700 der 763 Flugzeuge der Lufthansa Group werden vorübergehend geparkt. Der Flughafen Frankfurt etwa nutzt eine ganze Piste als Parkplatz.


Um möglichst viele Menschen schnell in ihre Heimat zurückzuholen, führen die Airlines der Lufthansa Group viele Sonderflüge in alle Welt durch. Dies gelingt auch dank einer beispiellosen Hilfsbereitschaft und Solidarität bei Crews und Bodenmitarbeitern, die sich oft freiwillig und spontan zu einem Einsatz zur Verfügung gestellt haben.


Flugbetrieb mit Frachtern geht weiter


In enger Absprache mit den Regierungen der Heimatländer und im Auftrag von Touristikunternehmen bieten die Airlines der Lufthansa Group in diesen Tagen rund 140 Sonderflüge an. Mehr als 20.000 Passagiere fliegen so mit Lufthansa, Eurowings, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Edelweiss nach Hause. Die Zahlen umfassen alleine die bis gestern fest geplanten Sonderflüge. Viele weitere Sonderflüge sollen in den nächsten Tagen folgen.


Zusätzlich setzt die Lufthansa Group alles daran, die Frachtströme in Deutschland und Europa nicht abreißen zu lassen. Lufthansa Cargo fliegt weiterhin ihr reguläres Programm, bis auf Streichungen nach Festland-China und hält die gesamte Frachterflotte in der Luft. Diese besteht aktuell aus sieben Boeing 777F, sechs MD11F sowie vier 777F von Aerologic. Aktuell wird darüber hinaus geprüft, Passagierflugzeuge ohne Passagiere als reine Frachtflugzeuge einzusetzen, um die Frachtkapazität weiter zu erhöhen. Weitere Informationen zum Ergebnis einzelner Geschäftsfelder wurden im Geschäftsbericht der Lufthansa Group veröffentlicht.


Lufthansa entlohnt Angestellte im Gesundheitsbereich


Die Verbreitung des Coronavirus hat die gesamte Welt in einen bislang ungekannten Ausnahmezustand versetzt. Aktuell kann niemand absehen, welche weiteren Folgen sich daraus ergeben. Sicher ist aber: Zusätzliches medizinisches Personal wird verstärkt gebraucht werden. Lufthansa wird als großes deutsches Unternehmen auch in dieser Ausnahmesituation seiner sozialen Verantwortung gerecht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine medizinische Ausbildung absolviert haben, können sich ab sofort schnell und unbürokratisch auf freiwilliger Basis für den konkreten Einsatz in einer medizinischen Einrichtung freistellen lassen. Lufthansa übernimmt dabei weiterhin das volle Grundgehalt. Weitere Details sind derzeit in Ausarbeitung.


Auch auf anderer Ebene nimmt der Konzern seine Verantwortung wahr: Um möglichst viele Menschen schnell in ihre Heimat zurückzuholen, führen die Airlines der Lufthansa Group zusätzlich zahlreiche Sonderflüge in alle Welt durch. In enger Absprache mit den Regierungen der Heimatländer und im Auftrag von Touristikunternehmen und Kreuzfahrtreedereien bieten die Airlines der Lufthansa Group in diesen Tagen rund 140 Sonderflüge an.


Bezahlte Tickets werden "Blanko-Tickets"


Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände durch die Ausbreitung des Coronavirus ermöglichen die Airlines der Lufthansa Group ihren Kunden, die Tickets für stornierte und auch bestehende Flüge zu behalten, ohne sich zunächst auf ein neues Flugdatum festlegen zu müssen. Hierbei werden bestehende Buchungen zunächst gestrichen, Ticket und Ticketwert bleiben aber bestehen und können auf ein neues Abflugdatum bis einschließlich 31. Dezember 2020 umgebucht werden. Kunden können auch auf eine andere Destination umbuchen.


Bisher wurden Kunden gebeten, ihre gewünschte Umbuchung bis zum 01. Juni mitzuteilen. Dieser Zeitraum wurde um zwölf Wochen bis zum 31. August 2020 erweitert. Mit der erweiterten Regelung kommen die Lufthansa Group Airlines dem Wunsch vieler Kunden nach, aufgrund der aktuell außergewöhnlichen Umstände ihre Reisepläne flexibler gestalten zu können.


Die Lufthansa Group bietet ihren Kunden auf jede Umbuchung 50 Euro Discount an. Umbuchungsgebühren entstehen natürlich weiterhin nicht, egal welcher Tarif gebucht wurde. Sollte der umgebuchte Tarif aufgrund einer Änderung beispielsweise der Destination (Umbuchung von Kurz- auf Langstrecke), Wechsel der Reiseklasse oder ähnlichem teurer sein, kann trotz des Discounts eine Aufzahlung erforderlich werden. Diese Regelung gilt für Tickets, die bis einschließlich 31. März 2020 gebucht wurden und ein bestätigtes Reisedatum bis einschließlich 31. Dezember 2020 haben.


Umbuchung: Genügend Zeit zum Kontakt


Aufgrund der aktuellen Lage verzeichnen die Lufthansa Group Service Center und Stationen eine außerordentlich hohe Anzahl von Anfragen und es kommt zu längeren Wartezeiten, daher kann sich die Bearbeitung der Kunden-Anliegen leider verzögern. Wichtig ist: Kunden müssen den Lufthansa Group Kundenservice nicht vor dem originären Flugdatum kontaktieren. Auch nach dem Verstreichen des geplanten Flugdatums, sind Umbuchungen möglich. Umbuchungen können über Kundenservice oder Reisebüros erfolgen. Aktuell wird an der Möglichkeit gearbeitet, dass Kunden selbstständig online ihr Ticket gemäß der neuen Regel für ihre neuen Reisen umtauschen können. Parallel stehen für Kurzfristumbuchungen die online-Umbuchungsfunktionalitäten ohne Discount zur Verfügung.


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