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Luftfahrt bricht dramatisch ein: Corona-Tarifvertrag

 

25. Mär 2020 - 17:54 Uhr


Wirtschaft

Luftfahrt bricht dramatisch ein: Corona-Tarifvertrag

Die Coronakrise sorgt für einen Einbruch der Verkehrszahlen, ganz besonders auch im Luftverkehr. Die DFS reagiert darauf mit veränderter Personalplanung ihrer Lotsen und hat sich dazu mit der Tarifpartner GdF geeinigt.


Der Luftraum über Deutschland wird so wenig beflogen wie seit vielen Jahren nicht mehr. 2.036 Flüge waren am 23. März 2020 am Himmel über Deutschland unterwegs, das ist ein Verkehrsrückgang von 76 Prozent gegenüber demselben Tag Vorjahres. Die Deutsche Flugsicherung DFS hat zum Schutz der Mitarbeiter und zur Aufrechterhaltung der Flugsicherungsdienste seit Februar eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Eine neu vereinbarte Tarifregelung ermöglicht es nun, den Personaleinsatz bedarfsgerecht an die derzeitige Situation anzupassen.


Luftfahrt bricht ein: Corona-Tarifvertrag


Die negative Tendenz im Flugverkehr hat sich hierbei im Laufe des Monats deutlich verschärft. Wir gehen für die kommenden Tage von einem weiteren Verkehrsrückgang aus. Grund dafür sind Streichungen von Flugverbindungen bis hin zur Stilllegung großer Flottenanteile der Fluggesellschaften in Deutschland und Europa. Die DFS als kritische Infrastruktur des Bundes ist verpflichtet, ihre Dienste aufrecht zu erhalten. Fluglotsen müssen in den Towern Start- und Landefreigaben erteilen und in den Kontrollzentralen zur Überwachung des Streckenfluges zur Verfügung stehen, um den verbleibenden Flugverkehr sicher, geordnet und flüssig abzuarbeiten.


Neben dem Schutz der Beschäftigten sowie der Sicherstellung des Flugsicherungsbetriebs muss die DFS in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten auch die Handlungsspielräume beim Personaleinsatz vergrößern. In der vergangenen Woche hat sich die DFS daher mit ihrem Tarifpartner GdF (Gewerkschaft der Flugsicherung) auf einen "Corona-Tarifvertrag" geeinigt. Diese enthält unter anderem geeignete Regelungen, um den Personaleinsatz flexibel steuern zu können. So können im Jahr 2020 bis zu 300 Stunden Minderarbeit für jeden tariflichen Mitarbeiter angeordnet werden, die ab 2021 über die nächsten fünf Jahre zur Hälfte wieder nachgearbeitet werden.


Durch Kurzarbeit nicht möglich


Professor Klaus-Dieter Scheurle, CEO der DFS: "Der Tarifvertrag gibt der DFS die Möglichkeit, angemessen und zeitnah zu reagieren. Die hierdurch erreichte Flexibilität wäre mit dem Instrument der Kurzarbeit nicht möglich gewesen. Ich bin sehr froh, dass wir die Gespräche so schnell und konstruktiv zu einem erfolgreichen Abschluss führen konnten."


Die DFS beschäftigt in ganz Deutschland 5.600 Mitarbeiter, davon rund 3.000 an ihrem Unternehmenssitz in Langen. Der überwiegende Teil der Belegschaft in Administration und Unterstützungsfunktionen arbeitet seit Mitte März überwiegend im Homeoffice. Fluglotsen und andere Mitarbeiter, die unmittelbar für die Lenkung des Flugverkehrs im deutschen Luftraum verantwortlich sind, arbeiten weiterhin in den Towern und Kontrollzentralen der DFS, allerdings in stark reduzierter Besetzung.


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