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Coronakrise: Flughäfen verschlanken Betrieb

 

02. Apr 2020 - 23:26 Uhr


Wirtschaft

Coronakrise: Flughäfen verschlanken Betrieb

Aufgrund des geringen Passagieraufkommens infolge der Coronakrise greifen auch die Flughäfen in Deutschland zu drastischen Maßnahmen. Flughafenprozesse werden veschalnkt und Kurzarbeit in großem Stil beantragt.



Die Fraport AG dazu entschlossen, die gesamten Abfertigungsprozesse von Fluggästen im Terminal 1 zu bündeln. Ab dem 07. April wird das derzeit nur noch im Bereich E betriebene Terminal 2 bis auf weiteres nicht mehr für die Passagierabfertigung genutzt. Zusätzlich wird das Parkhaus am Terminal 2 ab diesem Zeitpunkt für Passagiere geschlossen.


Frankfurt: Rückgang der Passage von 95 Prozent


Diese Maßnahmen folgen den bisherigen Schritten, die am Flughafen Frankfurt unternommen wurden, um die Terminal-Infrastruktur dem weiter sinkenden Fluggastaufkommen anzupassen. Ab dem 07. April werden alle Check-in-Prozesse im Terminal 1 Halle B gebündelt. Passagiere erreichen von hier aus nach der Sicherheitskontrolle die weiter betriebenen Bereiche an den Flugsteigen A und B.


"Die Coronakrise entwickelt sich weiter außerordentlich dynamisch. Als Betreiber passen wir kontinuierlich die Infrastruktur des Flughafens Frankfurt an diese Situation an. Mit dem absehbaren Auslaufen der Rückholflüge wird das Aufkommen am Standort bei einem Minus von etwa 95 Prozent liegen. Deshalb konzentrieren wir alle Abfertigungsprozesse ab dem 07. April im Terminal 1", sagt ein Fraport-Sprecher. Die Bilder zeigen die Leere an Deutschlands größtem Arbeitsplatz, dem Flughafen Frankfurt


Airport München: Kurzarbeit bis 100 Prozent


Mit München setzt auch das zweite Lufthansa-Drehkreuz in Deutschland Sparmaßnahmen um. Airport Management und Betriebsrat haben sich auf die sofortige Einführung von Kurzarbeit bei der Flughafen München GmbH (FMG) und ihrer Abfertigungstochter AeroGround verständigt. Damit reagiert der Flughafen München auf die massiven Verkehrsrückgänge und Ertragsverluste infolge der Corona-Krise. Die Kurzarbeit betrifft mehrere Tausend Mitarbeiter aus allen Betriebsbereichen von FMG und AeroGround. Der jeweilige Umfang der Kurzarbeit, der bis zu 100 Prozent betragen kann, hängt vom Volumen des wegfallenden Arbeitsaufkommens ab und wird in den verschiedenen Bereichen individuell festgelegt. Durch die Einführung der Kurzarbeit sollen die Arbeitsplätze bei FMG und AeroGround in der Krisenzeit gesichert werden.


"Wir können heute noch nicht abschätzen, wann sich der Luftverkehr wieder regenerieren wird. Die Kurzarbeit wird uns aber dabei helfen, den Schaden für das Unternehmen und die Mitarbeiter zu begrenzen", erklärte Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der FMG. Auch andere Tochtergesellschaften haben Kurzarbeit eingeführt.


Auch andere Tochtergesellschaften der FMG wie die Handelsgesellschaft Eurotrade, die Restaurationsgesellschaft Allresto oder die Sicherheitsgesellschaft CAP haben bereits Kurzarbeit eingeführt und dafür jeweils eigene Regelungen mit ihren Arbeitnehmervertretungen getroffen. Die entsprechenden Vereinbarungen basieren auf den unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der jeweiligen Branchenzugehörigkeit der Tochtergesellschaften. Seitens des Arbeitgebers wird das gesetzliche Kurzarbeitergeld der Beschäftigten – abhängig vom jeweiligen Unternehmen– auf bis zu 90 Prozent des durch Kurzarbeit entfallenen Nettoentgelts aufgestockt. Für FMG und AeroGround wurde überdies eine soziale Komponente vereinbart, derzufolge Mitarbeitern aus den unteren bis mittleren Lohngruppen eine höhere Aufstockung ausgezahlt wird.


"In dieser schwierigen Lage sind alle Konzernbeschäftigten gefordert. Der Teamgeist war am Flughafen München schon immer der entscheidende Erfolgsfaktor. Ich freue mich, dass wir auch in der Krise alle an einem Strang ziehen", erklärte Flughafenchef Lammers.


Dortmund: Absturz nach Höhenflug


Bereits gestern hat der DTM Airport, im vergangenen Jahr noch ein Passagierrekord aufgestellt worden war, einen Rückgang der Flugastzahlen im ersten Quartal 2020 um 11,6 Prozent vermeldet. Im Januar und Februar 2020 nutzten 396.436 Fluggäste den Dortmund Airport. Das sind 11,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.


Wachstumstreiber waren in den ersten beiden Monaten die Fluggesellschaften Ryanair und Wizz Air. Allein Ryanair beförderte 49 Prozent mehr Fluggäste als im Vorjahreszeitraum. Im gesamten Monat März flogen 93.985 Passagiere zum oder vom Dortmund Airport. Das sind 52,6 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. In der letzten vollständigen März-Woche (23. bis 29. März) sank die Anzahl der Fluggäste sogar um 95 Prozent. Flughafen-Geschäftsführer Udo Mager rechnet nicht mehr mit einem annähernd ähnlichen Ergebnis dieses Jahr, selbst wenn das Kontaktverbot bald aufgehoben werden sollte.


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