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Airport Zürich: Weitermachen ohne Hilfskredit

 

08. Apr 2020 - 20:04 Uhr


Wirtschaft

Airport Zürich: Weitermachen ohne Hilfskredit

Die Flughafen Zürich AG begrüßt eine angestrebte Überbrückungsfinanzierung des Bundes für die Schweizer Luftfahrt. Damit werde sichergestellt, dass aus der temporären Krise in der weltweiten Luftfahrt nicht ein struktureller, nachhaltiger Schaden für die regionale und nationale Wirtschaft entsteht.


Der Flughafen Zürich betont dabei die Notwendigkeit, dass alle systemrelevanten Unternehmen davon profitieren können, nicht nur die Airlines. Die Flughafen Zürich AG geht allerdings davon aus, dass sie selbst keinen Überbrückungskredit beantragen muss. Der internationale Reiseverkehr ist in den letzten Wochen fast vollständig zum Stillstand gekommen. Trotzdem bleibt der Flughafen Zürich geöffnet und ermöglicht dadurch eine Verbindung der Schweiz mit der Welt: Rückholflüge, Frachttransporte, Ambulanzeinsätze und einige wenige internationale Verbindungen können dadurch aufrechterhalten werden.


Flughafenbetrieb stark defizitär, doch aufrecht


Die Flughafen Zürich AG steht damit zu ihrem Grundversorgungsauftrag, das Land an die Welt anzubinden, auch wenn der Betrieb derzeit stark defizitär ist. Die Luftfahrt ist für die Schweiz zentral, namentlich auch für den Tourismus, die Exportwirtschaft und den Dienstleistungsstandort. Aber auch als Arbeitgeber. Über 27.000 Personen arbeiten für rund 280 Firmen alleine am Flughafen Zürich.


Die Umsätze sind bei allen mit der Luftfahrt verbundenen Unternehmen massiv eingebrochen und im Gegensatz zu anderen Branchen sind kaum Ersatzerträge möglich. Stephan Widrig, CEO der Flughafen Zürich AG: "Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind schwerwiegend, sowohl für die Airlines als auch für die Flughäfen und die Systempartner der Schweizer Luftfahrt wie Bodenabfertigungsbetriebe, Cateringunternehmen oder Luftfrachtdienstleister. Eine staatliche Überbrückungsfinanzierung ist im Interesse der ganzen Schweiz. Damit wird sichergestellt, dass aus der temporären Krise nicht ein struktureller, nachhaltiger Schaden für die regionale und nationale Wirtschaft entsteht."


Kostensenkung und Liquiditätssicherung gefragt


Als Betreiberin des grössten Schweizer Landesflughafens ist auch die Flughafen Zürich AG massiv von der aktuellen Situation betroffen. Die Einnahmen aus dem Flugbetrieb und den kommerziellen Zentren bleiben zurzeit fast vollständig aus. Als Infrastrukturbetreiberin kann sie im Gegensatz zu anderen Unternehmen die Kosten aber nur sehr begrenzt reduzieren. Trotzdem geht die Flughafen Zürich AG derzeit nicht davon aus, dass sie die vom Bund zur Verfügung gestellte Überbrückungsfinanzierung beanspruchen muss.


Verwaltungsratspräsident Andreas Schmid dazu: "Die Flughafen Zürich AG ist ein finanziell sehr solides und langfristig ausgerichtetes Unternehmen. Wir wollen diese Krise unternehmerisch durchstehen. Dazu haben wir umfassende Liquiditätssicherungs- und Kostensenkungsmaßnahmen beschlossen, Kurzarbeit eingeführt und überprüfen laufend die Investitionsplanung. Der Verwaltungsrat wird auch die Anträge für die verschobene Generalversammlung der aktuellen Lage entsprechend überprüfen."


Die Flughafen Zürich AG erwartet jedoch, dass der Bund begleitend zum Hilfspaket auch Maßnahmen einleitet, um diejenigen Unternehmen zu schützen, die keine Überbrückungsfinanzierung beantragen. Dazu gehört, dass die zur Verfügung gestellten Hilfspakete ebenfalls für vertraglich geschuldete Leistungen an Systempartner wie die Flughäfen eingesetzt werden müssen. Ebenfalls ist eine massvolle Anpassung der Gebührenregulierung zugunsten der Infrastrukturen im Inland zu prüfen. Im Falle einer länger anhaltenden Krise ist zudem eine adäquate Entschädigung für die Sicherstellung der Grundversorgung, wie dies auch im Öffentlichen Verkehr geschieht, entscheidend.


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