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CryoSat-2 wirft noch im Alter coole Blicke auf die Erde

 

08. Apr 2020 - 20:41 Uhr


Wirtschaft

CryoSat-2 wirft noch im Alter coole Blicke auf die Erde

Satellitenhersteller Airbus feiert heute das zehnte Jubiläum für einen besonders coolen Erdtrabanten: CryoSat-2, der heute vor zehn Jahren, am 08.04.2010 ins All geschossen wurde.


CryoSat-2 wurde entwickelt, um die Eisflächen des Planeten Erde zu erfassen. Seine Messungen zur Ausdehnung und Dicke der Eismassen tragen wesentlich zum Verständnis der Ozeanographie, Geodäsie, Hydrologie, dem Klimasystem und vieler weiterer Gebiete bei. Bei seinem Start vor zehn Jahren in Baikonur in Kasachstan war CryoSat-2 für eine Lebenszeit von dreieinhalb Jahren ausgelegt. Glücklicherweise konnte er diese Zeit schon auf mehr als das Doppelte überschreiten, und die technische Verfasstheit der Überwachungsdaten erlauben einen Betrieb noch bis Ende 2021. Der 720 kg schwere Satellit war zu 99 Prozent in Betrieb und hat den Forschern insgesamt fast 350 Terabyte an Daten geliefert.


Zentimetergenau aus dem All das Eis vermessen


Zehn Prozent der Erdoberfläche sind dauerhaft von Eis oder Gletschern bedeckt. Diese sogenannte Kryoshpäre hat einen starken Einfluss auf das Klima, da die helle Oberfläche mehr Sonnenlicht und damit Energie ins All zurückwirft, als etwa das Meer oder Landmassen. Wie die Entwickler bei Airbus berichten, konnte CryoSat zeigen, dass der Verlust der Eismasse in der Antarktis den weltweiten Meeresspiegel seit 1992 um durchschnittlich 7,6 mm hat ansteigen lassen. Neben der Eisschmelze profitieren aber auch die Forscher von einem besseren Verständnis der Dynamiken von Wind und Wellen, sowie Wanderung von Eisbergen.


Die besondere Auffassungsgabe von CryoSat besteht in seinen zwei Antennen zur Radarinterferometrie. Damit lassen sich die Dicke und Veränderungen der Eismassen so präzise vermessen wie nie zuvor. Mit CryoSat wurde erstmals ein Radarsatellit speziell für die Eismassen der Erde entworfen. Die Genauigkeit beträgt dabei nur ein bis drei Zentimeter, und das bei jedem Wetter und aus dem All. Auch sehr unebene Eisflächen in hohen Breiten können so erfasst werdenn.


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