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HumTechDays: Wie Technik humanitäre Hilfe leistet

 

28. Okt 2020 - 21:13 Uhr


Info und News

HumTechDays: Wie Technik humanitäre Hilfe leistet

Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) 2019 eine Initiative für "Humanitarian Technologies" gestartet. In deren Rahmen findet am 28. und 29. Oktober die diesjährige Auflage der sogenannten DLR-HumTechDays statt.

Technologien aus der Luft- und Raumfahrt ermöglichen oft auch Anwendungen, die außerhalb ihres eigentlich gedachten Nutzungsbereiches liegen. Von besonderem Interesse sind dabei Aktivitäten in der humanitären Hilfe. Darum geht es auch bei den HumTechDays, wo sich rund 100 Vertreter aus Forschung und Industrie, aus der Politik, von UN-Einrichtungen und NGOs online treffen.

Know-how aus Deutschland für Krisenhilfe

Ob Fluggeräte oder Mondfahrzeuge – in der Luft- und Raumfahrtforschung muss man neue Wege gehen, um Extreme zu bezwingen. Fernerkundung und Leichtbau, Technologie und Verkehr sind Schlüsselbereiche, in denen auch das DLR für Krisensituationen Beiträge leisten kann. Geht es am ersten Tag von HumTechDays um bereits laufende humanitäre Hilfsprojekte, die auf Technologien und Forschungsergebnissen aus der Luft- und Raumfahrt basieren, so werden am zweiten Tag neue Ideen diskutiert.

"Das DLR nimmt mit der Initiative 'Humanitäre Technologien' seine Verantwortung für globale und gesellschaftliche Herausforderungen wahr. Vor diesem Hintergrund engagieren wir uns aktuell, indem wir mit rund sechs Millionen Euro in dem auf drei Jahre ausgelegten Vorstandsprojekt 'Raumfahrtforschung' Forschungsprojekte mit humanitären Anwendungsmöglichkeiten zu einem möglichst hohen technologischen Reifegrad bringen, um sie bald in eine operationelle Anwendung zu überführen zu können", sagt DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie, Professor Dr. Hansjörg Dittus.

"In der DLR-Initiative für 'humanitäre Technologien' werden Projekte realisiert wie 'Data4Human' oder 'Drones4Good'. Das Besondere daran ist der interdisziplinäre Ansatz ihrer Realisierung", erläutert DLR-Projektleiter Stefan Voigt, "Wissenschaftler und Ingenieure aus dem DLR, teils mit Unterstützung der Industrie, arbeiten gemeinsam mit humanitären Hilfsorganisationen daran, neue Technologien und Strategien für eine bessere und effektiver Humanitäre Hilfe weltweit zu entwickeln."

Luft- und Raumfahrt: Technologie für Humanitas

DATA4Human: Die Verfügbarkeit präziser und zeitnaher Geoinformationen von Satelliten oder aus dem Internet steigt ständig. Um diese für die humanitäre Hilfe nutzbar zu machen, müssen die verfügbaren Daten zuverlässig verarbeitet und analysiert werden. Während der 2020er HumTechDays wird diskutiert, wie DLR-Wissenschaftler zusammen mit Partnern die Daten vom Satelliten bis zum Endnutzer bereitstellen und innovative Techniken wie KI-Methoden oder Web-Harvesting anwenden können.

Drones4Good: Künstliche Intelligenz sorgt für die Sicherheit beim Einsatz humanitärer Drohnen – dabei geht es um die Anwendung von KI im Katastrophenmanagement und die Schwierigkeiten bei der Erfassung und Analyse umfangreicher Fernerkundungsdaten. Dabei werden Experten zusammengebracht, um ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und zukünftige Entwicklungen voranzutreiben.

Climate Change and Humanitarian Work: Welche Auswirkungen des Klimawandels und die Verschärfung humanitärer Krisensituationen sind bereits heute zu beobachten? Was ist in den kommenden Jahren zu erwarten? Wie lassen sich regionale Schwerpunkte und bedenkliche Klimafaktoren beurteilen, welche Anpassungs- und Linderungsoptionen und -strategien gibt es? Fragen die während der HumTechDays unter dieser Überschrift besprochen werden, um zu klären, wo Technologien aus der Luft- und Raumfahrt am dringendsten benötigt werden.

Technik und Daten als Helfer

Offroader vor dem Gebäude des DLR-Insituts für Robotik und Mechatronik: Durch das DLR-In­sti­tut für Ro­bo­tik und Me­cha­tro­nik wer­den die Fahr­zeu­ge mit meh­re­ren Sen­so­ren zur Echt­zeit­über­wa­chung ih­rer Um­ge­bung aus­ge­stat­tet und für die Steue­rung aus der Fer­ne au­to­ma­ti­siert.

Blick auf Da­daab in Ke­nia: Die Sen­ti­nel-2A-Sa­tel­li­ten­bild­auf­nah­me vom 11. Fe­bru­ar 2016 zeigt Da­daab, den größ­ten Flücht­lings­la­ger­kom­plex der Welt und des­sen Um­ge­bung. Der­zeit le­ben in den Camps rund 328.000 Flücht­lin­ge.

Notfallkartierung: Hungerhilfe in Somalia: 2011 wur­de Ost­afri­ka von der schlimms­ten Hun­gers­not der letz­ten Jahr­zehn­te ge­trof­fen. Das DLR er­stell­te für das UN World Food Pro­gram­me (WFP) Not­fallk­ar­tie­run­gen. Die­se Sa­tel­li­ten­bild­kar­te gibt In­for­ma­tio­nen zur Grö­ße der Sied­lun­gen in Baard­hee­re, In­fra­struk­tur und Hy­dro­lo­gie.

Hu­ma­ni­täre Hil­fe: Un­be­mann­te Not­fall­ver­sor­gung in Kri­sen­ge­bie­ten: Ge­mein­sam mit dem World Food Pro­gram­me der Ver­ein­ten Na­tio­nen tes­tet das DLR den Trans­port von Hilfs­gü­tern mit ei­nem un­be­mann­ten Hub­schrau­ber in schwer zu er­rei­chen­de Ge­bie­te.

Offizieller Start des WFP: Of­fi­zi­el­le Er­öff­nung des WFP In­no­va­ti­on Ac­ce­le­ra­tor (von links): Ro­bert Opp, Di­rec­tor In­no­va­ti­on and Change Ma­nage­ment des World Food Pro­gramm (WFP), Dr. Frank-Wal­ter Stein­mei­er, Bun­des­mi­nis­ter des Aus­wär­ti­gen Am­tes, Hel­mut Brun­ner, Baye­ri­scher Staats­mi­nis­ter für Er­näh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten, Ert­ha­rin Cou­sin, Exe­ku­tiv­di­rek­to­rin des WFP, Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Dr. Gerd Mül­ler, Bern­hard Ko­watsch, Head of the WFP In­no­va­ti­on Ac­ce­le­ra­tor.

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