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Lufthansa plant mit A350 Rekordflug um die halbe Welt

 

30. Jan 2021 - 00:24 Uhr


Zivile Luftfahrt

Lufthansa plant mit A350 Rekordflug um die halbe Welt

Sonntagnachmittag wird die A350-900 zunächst aus Frankfurt nach Hamburg überführt. Die Landung auf dem Hamburger Flughafen ist um 16:30 Uhr unter der Flugnummer LH9924 geplant. Dann geht es fast vierzehntausend Kilometer in den Süden.


Bereits an diesem Sonntag, 31. Januar, wird ein Airbus A350 unter der Flugnummer LH2574 zum längsten Nonstop-Flug in der Geschichte der Lufthansa abheben: 13.700 Kilometer von Hamburg zu der Militärbasis Mount Pleasant auf den Falkland-Inseln. Um 21:30 Uhr heißt es für 16 Crewmitglieder und 92 Passagiere "Ready for take-off".


Forscher sind schon zwei Wochen in Quarantäne


An Bord des Sonderfluges sind Wissenschaftler und Schiffbesatzungen, die im Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, für die kommende Expedition mit dem Forschungsschiff Polarstern auf den 15-stündigen Flug gehen. Der Airbus mit der Kennung D-AIXP und dem Taufnamen der Stadt Braunschweig ist erst seit dem vergangenen Jahr Mitglied der Lufthansa-Flotte und zählt zu den weltweit nachhaltigsten und wirtschaftlichen Langstreckenflugzeugen.


Da die Hygieneanforderungen rund um diesen Flug extrem hoch sind, ist die Lufthansa Crew bereits vor zwei Wochen zeitgleich mit den Passagieren in einem Bremerhavener Hotel in Quarantäne gegangen. Begleitet wurden sie in dieser Zeit von einem virtuellen Informations- und Sportprogramm. So absolvierten sie einen 10.000-Schritte Wettbewerb, eine Idee der Lufthansa Crew, um sich in der ersten Woche der Zimmerquarantäne fit zu halten. Dazu kamen interne Vorträge der mitreisenden Wissenschaftler, die sehr bald virtuell von mehreren hundert Lufthanseaten mitverfolgt wurden.


Modernstes Bording für Hamburgs längsten Flug


Crew und Reiseteilnehmer werden am Sonntag mit einem Bus von Bremerhaven nach Hamburg fahren. Mit einem eng abgestimmten Hygienekonzept stellt der Flughafen Hamburg für Crew und Expeditionsteilnehmer ein kontaktloses Boarding sicher. Dabei werden zum Teil stillgelegte Terminalbereiche genutzt, so dass kein Kontakt zu anderen Reisenden entsteht. Auch für den Hamburg Airport ist LH2574 ein Rekordflug: Es ist der längste Nonstop-Flug, der jemals auf dem Hamburger Vorfeld gestartet ist.


Insgesamt sind die Vorbereitungen für den Sonderflug enorm. Das beginnt mit zusätzlichen Trainings für die Piloten bis zu speziellen elektronischen Flug- und Landekarten. Bereits in Frankfurt wird das Flugzeug mit Catering versorgt. Zwei Mitarbeiter sind per Video mit der Crew in Bremerhaven in Kontakt, um sicherzustellen, dass alles Notwendige an Bord ist. Eine Nachbeladung ist am Zielort nicht mehr möglich. Außerdem werden Reinigungsmaterial und Staubsauger für die Falklandinseln mitgegeben, da es örtlichen Bodencrews nach der Landung nicht erlaubt ist, an Bord zu gehen. Zur Lufthansa-Crew gehören daher auch Techniker und Bodenpersonal für die Abfertigung und Wartung vor Ort.


Sleeper’s Row und Business Class


Um den Flug angenehm zu gestalten, reisen die Passagiere in der Business Class und in der Sleeper’s Row. Hierzu wird in der Economy Class eine Sitzreihe mit einer Matratze, Decke und Kissen ausgestattet. Die A350-900 verfügt außerdem über eine Lichttechnik, die den Schlaf-/Nachtrhythmus unterstützt. So wurde eigens für diesen Flug die Kabinenbeleuchtung nochmals angepasst, so dass durch die Zeitverschiebung von vier Stunden nur ein minimaler Jetlag entsteht.


Wissenschaftliches Personal und Besatzungsmitglieder werden nach der Landung auf den Falklandinseln mit dem Forschungsschiff Polarstern ihre Weiterreise in die Antarktis fortsetzen. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben auf den Falklandinseln wird sich die Lufthansa Crew nach der Landung erneut in Quarantäne begeben. Der Rückflug startet am 3. Februar unter der Flugnummer LH2575 mit Ziel München. Die Landung wird am Donnerstag, 04. Februar um 14:00 Uhr erwartet. An Bord sind teilweise Besatzungen der Polarstern, die am 20. Dezember in Bremerhaven aufgebrochen waren.


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