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Kleinsatelliten: Gewinner für Microlauncher ausgewählt

 

13. Dez 2021 - 20:50 Uhr


Raumfahrt

Kleinsatelliten: Gewinner für Microlauncher ausgewählt

Rund 90 Prozent der Satelliten, die in dieser Dekade in den Weltraum gebracht werden, sind leichter als 500 Kilogramm und gehören damit zur (Gewichts-)Klasse der so genannten Kleinsatelliten. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR hatte 2020 den Mikrolauncher-Wettbewerb ausgeschrieben, um den Zugang zum Weltraum mit kommerziell entwickelten Kleinträgern gezielt zu fördern.


Der Satellitenmarkt boomt. Dabei werden die Satelliten selbst immer kleiner und leichter. Ihre Einsatzbereiche sind vielfältig – von Telekommunikationsleistungen über die Beobachtung von Veränderungen der Land-, Luft- und Wassermassen unserer Erde bis zur schnellen und kostengünstigen Erprobung neuer Technologien im All. Um diese kleinen Satelliten in ihre Zielorbits zu befördern, reichen auch kleinere Trägerraketen aus.


Raketenbauer aus München


Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR stellt über den Wettbewerb für Kleinraketen insgesamt 25 Millionen Euro aus Mitteln des BMWi für die Entwicklung innovativer Mikrolauncher bei und sichert sich gleichzeitig Nutzlastkapazität auf den jeweils ersten beiden Flügen der Gewinner der beiden Hauptrunden. Die Umsetzung erfolgt über den deutschen Beitrag im neuen kommerziellen Raumtransport-Service-Programms der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Deutschland zeichnete das so genannte C-STS-Programm als Programmführer, um die Kommerzialisierung im Trägersektor in Europa anzustoßen. Die Isar Aerospace Technologies GmbH – ein Start-Up aus München – gewann mit ihrem Kleinträger "Spectrum" im April 2021 die erste Hauptrunde des Mikrolauncher-Wettbewerbs. Spectrum soll Ende 2022 zu ihrem Jungfernflug starten.


Für diese Premiere hat die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR im Herbst 2021 in einem weiteren Wettbewerb die passenden Nutzlasten gesucht: Fünf europäische Forschungseinrichtungen haben sich jetzt mit sieben Kleinsatelliten für einen kostenfreien Mitflug auf Spectrum qualifiziert. Sie können den Raketenstart nutzen, um wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen und neue Technologien im Weltraum zu testen.


Gewinner der ersten Nutzlast-Ausschreibung


  • Das DLR-Kompetenzzentrum für Reaktionsschnelle Satellitenverbringung (Responsive Space Cluster Compentence Center, RSC³) mit Sitz im AeroSpace Park am DLR-Standort in Trauen (Niedersachsen) mit seiner Mission MSAE-OTTERS: Primäres Ziel ist, einen Kleinsatelliten innerhalb von nur neun Monaten zu entwickeln und zu starten. Dafür sind die typischen Entwicklungs- und Bereitstellungsprozesse stark zu beschleunigen, wovon zukünftige Satellitenentwicklungen profitieren sollen.
  • Die Technische Universität Berlin mit der Mission CyBEEsat: Es handelt sich um eine Technologiedemonstration für einen miniaturisierten Transceiver, der für neu festgelegte Frequenzbänder entwickelt wurde.
  • Das ZfT – Zentrum für Telematik e.V. aus Würzburg mit einer wissenschaftlichen Untersuchung von Vulkanaschewolken mit drei Kleinsatelliten, die in Formation fliegen und dadurch die räumliche Ausdehnung der Wolken vermessen können.
  • Die "Norwegian University of Science and Technology" (NTNU) aus Trondheim mit der Mission "FRAMSat-1": Eine Technologiedemonstration für einen von Studenten entwickelten Kleinsatelliten mit einem neuen Sternensensor eines norwegischen KMU.
  • Die "University of Maribor" (Slowenien) mit der "Mission TRISAT-S", eine Technologiedemonstration für einen miniaturisierten Transceiver, der einen verschlüsselte Kommunikation mit mehreren Bodenstationen auf der ganzen Welt ermöglichen soll.

Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, gratulierte den Gewinnern und wünscht ihnen sowie Isar Aerospace einen gelungenen Start der Spectrum Rakete und eine erfolgreiche Mission: "Ich freue mich sehr, dass wir mit unserer Initiative einer großen Vielfalt an Raumfahrtaktivitäten Vorschub leisten können und den Aufbau von Transportkapazitäten in den Weltraum, die Entwicklung kleiner Satelliten für wissenschaftliche Missionen und die Erprobung neuer Technologien unterstützen können." Eine enge Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungseinrichtungen, kleinen Unternehmen und Start-Ups sei ganz im Sinne der Raumfahrtstrategie der Bundesregierung. "Wir sehen diese Wettbewerbe als Katalysator und Wegbereiter für die Kommerzialisierung von Raumfahrtaktivitäten in Deutschland und Europa."


Verträge für den ersten Raketenstart


Die Isar Aerospace GmbH wird in den nächsten Tagen Kooperationsverträge mit den Gewinnern des ersten Nutzlastwettbewerbs abschließen: "Wir freuen uns, die Auswahl der Nutzlasten für den ersten Flug der Spectrum bekanntzugeben und bedanken uns für das Vertrauen der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR und der Institutionen. Es ist großartig, Teil dieses zukunftsweisenden Programms zu sein und die Kooperation zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor in der europäischen Raumfahrt weiter zu gestalten. Diese Kooperation trägt dazu bei, dass die Entwicklung von Forschung und Technologie für den Weltraum weiter gefördert wird und das private Space-Ökosystem in Europa wächst", sagt CEO Daniel Metzler.


Für den geplanten zweiten Demonstrationsflug von Spectrum liegen aktuell zwölf Bewerbungen vor, über deren Auswahl im nächsten Jahr entschieden wird. "Parallel dazu werden wir schon einen weiteren Nutzlast-Wettbewerb ausschreiben", sagt Markus Wagener, Leiter des Kleinsatellitenprogramms in der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. "Denn im April 2022 wird der zweite Gewinner des Mikrolauncher-Wettbewerbs gewählt. Für den Erst- und Zweitflug von dessen Rakete wollen wir ebenfalls wieder eine kostenlose Mitfluggelegenheit anbieten." Auf dem Foto: Eines der Gewinnerteams des ersten Nutzlastwettbewerbs für den Erstflug des deutschen Mikrolaunchers Spectrum: Das Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Berlin. Die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Ber­lin ist mit der Klein­sa­tel­li­ten­mis­si­on Cy­BEE­sat, ei­ner Tech­no­lo­gie­de­mons­tra­ti­on für ei­nen mi­nia­tu­ri­sier­ten Tran­scei­ver, der für neu fest­ge­leg­te Fre­quenz­bän­der ent­wi­ckelt wur­de, beim Jung­fern­flug des deut­schen Mi­kro­laun­chers Spec­trum von Isar Ae­ro­space Tech­no­lo­gies an Bord.


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