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VC kritisiert Aufkündigung der Versorgungs-Tarifverträge durch Lufthansa

 

05. Sep 2013 - 23:45 Uhr


Wirtschaft

Nachdem das Lufthansa Management in den letzten Jahren durch Kündigungen und Arbeitsplatzverschiebungen in das billigere Ausland das Unternehmen in eine Art Schockstarre versetzt hat, kündigte es nun an noch einmal nachzulegen und auch an der Altersversorgung der Mitarbeiter anzutasten.

So erfuhren die Mitarbeiter aus den Median, dass ihre Altersversorgung angeblich nicht "zukunftssicher" sei und deshalb "reformiert" werden müsse – was bei der Vereinigung Cockpit als Euphemismus für "gekürzt" gewertet wird.

Entgegen der Politik zu mehr Betrieblicher Altersvorsorge

Darüber hinaus sollen auch die Tarifverträge zur Übergangsversorgung des Cockpit- und Kabinenpersonals gekündigt werden. Die Übergangsversorgung ermöglicht die vorzeitige Beendigung des fliegerischen Dienstes ab dem 55. Lebensjahr. Die Vereinigung Cockpit e.V. (VC) nimmt diese Ankündigung mit Empörung zur Kenntnis.

"Gerade in Zeiten, in denen die Politik die Wirtschaft auffordert aufgrund der Probleme des staatlichen Rentensystems die Altersversorgung verstärkt auf betriebliche Beine zu stellen, ist es eine Schande, dass sich das Lufthansa Management aus der Verantwortung stehlen möchte.", so Ilja Schulz, Präsident der VC. "Der normale Arbeitnehmer soll in eine unsichere Zukunft blicken, während die Altersversorgung der Vorstandsmitglieder ein vielfaches dessen betragen."

Eine Notwendigkeit dazu kann die VC nicht nur nicht erkennen, da Lufthansa eines der weltweit führenden und in Europa sogar das Luftfahrtunternehmen Nummer eins ist, sondern auch weil das Lufthansa Management bisher keinen nachvollziehbaren Grund für die geplanten Änderungen nennen konnte. Eine Absenkung der Marktzinsen hat keinerlei Einfluss auf die laufenden Zahlungen an die Rentner. Die Betriebsrenten werden aus den laufenden Einnahmen bezahlt und schmälern somit den Unternehmensgewinn. Hierin sind, neben der möglichen Auflösungen von Rückstellungen, die eigentlichen Beweggründe zu vermuten.

Völliges Unverständnis gibt es auf Seiten der Piloten

Die VC erkennt im Gegensatz dazu, nicht zuletzt seit Heraufsetzen des Renteneintrittsalters, neue Versorgungslücken, die es zu schließen gilt. Völliges Unverständnis gibt es auf Seiten der Piloten hinsichtlich der Kündigung ihrer Übergangsversorgung. Nicht nur, dass die Lufthansa durch das Urteil des BAG, seit Jahren von sinkenden Übergangsversorgungszahlungen profitiert, handelt es sich bei der Übergangsversorgung um eine Ansparleistung der Arbeitnehmer während ihrer Karriere. Das Lufthansa Management drohe nun offen damit, Arbeitnehmern, die seit 30 Jahren durch Lohnverzicht eingezahlt haben, ihrer Versorgung zu berauben, so die VC.

Die Rechtsauffassung, dass der Entfall eines Beschäftigungs-Endalters von 60 Jahren zu einer Unwirksamkeit des gesamten Tarifvertrages führen würde, weist die VC so auch entschieden zurück. Dass Cockpitmitarbeiter ab dem 55. Lebensjahr in die Übergangsversorgung gehen können wurde bisher von keinem Gericht in Frage gestellt.

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