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Freund-Feind-Erkennung für Kampfflugzeuge verbessert

 

13. Sep 2013 - 23:21 Uhr


Technik

Freund-Feind-Erkennung für Kampfflugzeuge verbessert

Cassidian, die Verteidigungsdivision von EADS, hat eine neue Identifikationsfunktion entwickelt, mit der Kampfflugzeuge und Hubschrauber zur Vermeidung von Freundbeschuss zuverlässig ermitteln können, ob sich verbündete Truppen in einem speziellen Gebiet befinden, ehe sie Waffen einsetzen.

Wie das Unternehmen auf der Londoner Messe DSEI mitteilte, wurde eine entsprechende Erweiterung der so genannten IFF-Ausrüstung (Identification Friend-or-Foe) zur militärischen Freund-Feind-Erkennung erfolgreich getestet.

Diese erweiterte Version mit der Bezeichnung "Reverse IFF" (RIFF) ermöglicht es Flugzeugen, die Präsenz verbündeter Truppen in einem vorgegebenen Bodenbereich durch das Aussenden von Abfragesignalen zu ermitteln. Bisher antworten Flugzeuge nur auf Signale von bodengestützten Abfragern, während sie keine Möglichkeiten haben, selbst Bodentruppen zu identifizieren.

Komplexe Verschlüsselung der Signale

"Unsere RIFF-Lösung basiert auf dem neuesten IFF-Standard der NATO, Mode 5, und kann aufgrund unserer hochkomplexen Verschlüsselung vom Gegner nicht erfasst werden", erklärt Elmar Compans, Leiter des Bereichs Sensors & Electronic Warfare von Cassidian.

Die Mode-5-basierte RIFF-Lösung ermöglicht es Flugzeugen und Hubschraubern, die Cassidian-Transponder neben ihrer bisherigen Funktion, der Antwort auf Abfragen von Bodenstationen, nun auch für Luft-Boden-Abfragen zu nutzen, ohne dass größere Änderungen an der Flugzeugausrüstung vorzunehmen sind.

Cassidian hat die neue Funktion bereits bei verschiedenen Kampagnen getestet, zuletzt Ende August auf dem deutschen Testgelände Baumholder. Davor unterstützte das Unternehmen die deutschen Truppen bei der überwiegend in North Carolina (USA) durchgeführten Übung "Bold Quest 2013" mit Ausrüstung für die gesamte IFF-Wirkungskette: MSSR-2000-I-Abfrager in Bodenstationen (MSSR, Monopulse Secondary Surveillance Radar), LTR400-Transponder (LTR, Lightweight Transponder) an Bord einer C160 "Transall" der deutschen Luftwaffe und neueste QRTK3/4NG-Kryptorechner.

Interoperabilität mit IFF-Standart Mode 5 der NATO

Diese Ausrüstung hat ihre Interoperabilität mit den verwendeten IFF-Systemen nach den Standards Mode 4 und Mode 5 der Bündnispartner unter Beweis gestellt. Damit konnte der reibungslose Einsatz des IFF-Standards Mode 5 der neuen Generation, der ab 2014 bei den NATO-Truppen eingeführt wird, demonstriert werden.

Bei militärischen Missionen verwendet das IFF-Verfahren standardisierte Abfrage-Antwort-Signale, um anfliegende Flugzeuge verbündeter Truppen rasch zu erkennen und damit die Befehlshaber bei der Bekämpfungsentscheidung zu unterstützen. Zur Vermeidung einer Signalmanipulation von feindlicher Seite kommen bei den IFF-Geräten von Cassidian im Gegensatz zu bisherigen Systemen hochentwickelte Verschlüsselungsverfahren zum Einsatz.

Cassidian hat bereits verschiedene NATO-Länder mit IFF-Systemen für boden-, see- und luftgestützte Anwendungen beliefert. So schützt der auf große Reichweiten ausgelegte Abfrager MSSR 2000 I unter anderem sämtliche Schiffe der Deutschen Marine sowie Schiffe der britischen Royal Navy und die BPC-Führungsschiffe der französischen Seestreitkräfte. Er kommt weiter bei allen deutschen und britischen Luftverteidigungsradaren großer Reichweite zum Einsatz.

In Deutschland hat Cassidian das Flugverkehrskontrollnetzwerk der deutschen Luftwaffe mit einer Abdeckung von 1.700 auf 1.500 Kilometern aufgebaut. Insgesamt sind bei Cassidian mehr als 370 solcher Systeme für rund 30 verschiedene Länder unter Vertrag, darunter auch die USA.

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