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Satellit PAZ: Integration bei Astrium in Spanien abgeschlossen

 

21. Sep 2013 - 14:20 Uhr


Raumfahrt

Astrium und der staatliche spanische Satellitenbetreiber Hisdesat, haben die Produktion und Integration des Satelliten PAZ in Madrid abgeschlossen. Dieser Meilenstein wurde mit einem Festakt im Beisein von Pedro Argüelles, Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, am Astrium-Standort Barajas in Spanien begangen.

PAZ ist für eine Einsatzdauer von fünfeinhalb Jahren ausgelegt und wird pro Tag eine Fläche von über 300.000 Quadratmetern abtasten. Dabei umkreist er die Erde in einer Entfernung von 514 Kilometern und mit einer Geschwindigkeit von sieben Kilometern pro Sekunde (25.200 km/h) täglich fünfzehn Mal. Auf seiner leicht geneigten, nahezu polaren Umlaufbahn erfasst PAZ die gesamte Erdoberfläche in durchschnittlich 24 Stunden.

Tag- und Nachtaufnahmen mit einem Meter Auflösung

PAZ soll nicht nur für Sicherheits- und Verteidigungsaufgaben, sondern auch für zivile Anwendungen zur Verfügung stehen. Er kann täglich bei jedem Wetter mehr als 100 Bilder als Tag- und Nachtaufnahmen mit einer Auflösung von bis zu einem Meter bereitstellen.

Die Gesamtmasse des Satelliten mit einem Durchmesser von 2,4 Metern und einer Höhe von fünf Metern beträgt 1.400 Kilogramm. Das hochflexible Radarinstrument kann für unterschiedliche Bildfunktionalitäten konfiguriert werden und verfügt über einen Bildspeicher von 256 GB und überträgt Aufnahmen mit 300 Mbit pro Sekunde im X-Band.

Hisdesat ist Eigentümer, Betreiber und Nutzer von PAZ, der aus seiner polaren Umlaufbahn präzise Informationen für eine Vielzahl von Anwendungen bereitstellt. Geplanter Starttermin ist 2014; der Start erfolgt im Rahmen eines Vertrags mit dem russischen Unternehmen KOSMOTRAS an Bord der russischen Trägerrakete Dnjepr.

Impulse für Spanien als Raumfahrttechniknation

Für die spanische Raumfahrtindustrie, die mit insgesamt 18 Zuliefer-Unternehmen an dem Projekt beteiligt war, ist das PAZ-Programm dank neuer, qualifizierter Arbeitsplätze, ein wichtiger Impulse für Forschung, Entwicklung und Innovation und der öffentlich-privaten Partnerschaft mit der spanischen Regierung eine echte Erfolgsgeschichte.

"In einem derart komplexen, investitionsintensiven Sektor hängt der Erfolg innovativer, technisch anspruchsvoller Projekte von sorgfältiger Planung ab", erklärt Miguel Ángel Panduro, CEO von Hisdesat. "PAZ ist ein herausragendes Beispiel für diese Art gründlicher Vorbereitung."

"Die erfolgreiche, termin- und budgetgerechte Integration des Satelliten PAZ setzt einen neuen Meilenstein für die europäische Raumfahrtindustrie. Mit PAZ und dem Folgeprojekt Ingenio stellt Spanien unter Beweis, dass es zu den fünf führenden Raumfahrttechniknationen Europas zählt", sagte Antonio Cuadrado, Leiter von Astrium in Spanien. "PAZ wird auf derselben Umlaufbahn positioniert wie TerraSAR-X, so dass wir über eine Satellitenkonstellation verfügen, die eine ganze Reihe von Vorteilen bietet: kürzere Wiederholraten, bessere Objekterfassung, identische Bildeigenschaften und Erfassungsarten (unter anderem die speziell für IMINT- und Seebeobachtungszwecke entwickelten Betriebsarten Staring SpotLight und Wide ScanSAR), einfache Beauftragung und Direktzugriff-Services."

Antenne aus mehrlagigen gedruckten Strahlergruppen

Astrium führte als Hauptauftragnehmer ein Konsortium aus zahlreichen Unternehmen der Raumfahrt, das den Satelliten am Astrium-Standort Madrid integrierte, und entwickelte darüber hinaus die Frontsektion des Radars mit einer der wichtigsten und innovativsten Komponenten des Satelliten: der Antenne mit mehrlagigen gedruckten Strahlergruppen.

Seit Baubeginn hat sich PAZ für die beteiligten spanischen Unternehmen auch dadurch ausgezahlt, dass das Kompetenzspektrum erweitert und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Raumfahrtmarkt verbessert werden konnte. Darüber hinaus stärkt der neue Satellit die Position Spaniens im europäischen Erdbeobachtungs-Programm Copernicus/GMES, einer gemeinsamen Initiative der Europäischen Union und der Europäischen Weltraumorganisation ESA zur globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung.

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