Aerosieger.de
Das Luftfahrt-MAGAZIN
Samstag, 20. Juli 2019, 05:00 Uhr
Facebook

METAR/TAF

Airport Wetter

Flughafenkennung
4-stelliger ICAO-Code:

„Konkrete Realisierungsperspektive“ für ABS 38 Bahnstrecke München - Freilassing gefordert

 

25. Okt 2012 - 17:33 Uhr


Info und News

Der Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke von München über Mühldorf nach Freilassing, die sogenannte ABS 38, bringt in Verbindung mit der geplanten Walpertskirchener Spange einen sehr viel größeren volkswirtschaftlichen Nutzen als bisher angenommen wurde. Dies ist das Ergebnis einer von dem auf Verkehrsthemen spezialisierten Münchner Beratungsunternehmen INTRAPLAN im Auftrag der Flughafen München GmbH (FMG) durchgeführten Studie. Dr. Michael Kerkloh, der Vorsitzende der FMG-Geschäftsführung stellte die wichtigsten Ergebnisse der Studie heute im Rahmen eines Regionalkongresses in Burghausen der Öffentlichkeit vor.

 

In ihrer Studie haben die Gutachter die konkreten Auswirkungen untersucht, die sich aus einer durch die Ausbaumaßnahmen verbesserten Verknüpfung von Schienen- und Luftverkehr ergeben würden. Dem Gutachten zufolge zählt dazu unter anderem eine massive Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene. Allein der zusätzliche volkswirtschaftliche Nutzen aus vermiedenem Pkw-Verkehr beläuft sich demzufolge auf über 10 Millionen Euro im Jahr. Die Passagiere könnten durch die verbesserte Intermodalität von Schienen- und Luftverkehr jährlich rund 1,4 Millionen Stunden an Reisezeit einsparen. Das entspricht einem volkswirtschaftlichen Nutzen in einer Größenordnung von neun Millionen Euro. Insgesamt erhöht sich der für die Bewertung von Ausbauvorhaben so bedeutsame Kosten–Nutzen–Faktor für die ABS 38 unter Berücksichtigung der neuen Studienergebnisse von bisher 1,22 auf dann 1,66. Das entspricht einer Verbesserung von 35 Prozent.

In ihrer Einzelfall-Untersuchung zur ABS 38 haben die Gutachter die neue Bewertungsmethode eingesetzt, die sich aus einer bundesweiten Studie ableitet, die vor zwei Wochen in Berlin durch den Münchner Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh und den Bahnvorstand Dr. Rüdiger Grube präsentiert wurde. Die fachlich vom Bundesverkehrsministerium begleitete Untersuchung des Institutes INTRAPLAN war der Frage nachgegangen, wie der zusätzliche volkswirtschaftliche Nutzen aus der Vernetzung der Verkehrsträger Schiene und Luft im Gesamtverkehrssystem zu bewerten sei. Insgesamt belaufen sich die positiven volkswirtschaftlichen Effekte der Intermodalität Schiene-Luft der Studie zufolge auf bundesweit jährlich 268 Millionen Euro. Bisher war im Bedarfsplan Schiene lediglich ein Nutzen in Höhe von 106 Millionen Euro zugrunde gelegt worden.

Der deutlich höhere Kosten-Nutzen-Faktor, der nach Einzelfall-Untersuchung für die ABS 38 anzuwenden ist, hat vor allem im Zusammenhang mit den jetzt anstehenden Auswahlentscheidungen des Bundesverkehrsministeriums für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans große Bedeutung. Wie Flughafenchef Kerkloh mit Blick nach Berlin deutlich machte, muss die ABS 38 vor dem Hintergrund der neuen Studienergebnisse unbedingt in der höchsten Prioritätsstufe bleiben.

Dies allein reiche aber nicht aus: „Wir brauchen auch eine konkrete Realisierungsperspektive mit klaren zeitlichen Vorgaben für dieses so eminent wichtige Infrastrukturprojekt. Das gilt umso mehr, als mit den anstehenden Planungen für die europäischen TEN-Strecken entscheidende Weichen für die langfristige Entwicklung unserer Schieneninfrastruktur gestellt werden. Für die geplante West-Ost-Verbindung von Paris nach Bratislava, die meines Erachtens unbedingt über den Flughafen München geführt werden sollte, benötigen wir zwingend eine entsprechend leistungsfähige Schieneninfrastruktur.“ so Kerkloh weiter.

 

Diesen Beitrag empfehlen

(D410-81_139)
Seite erstellt in 0.5068822 Sekunden.