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DA42 MPP zur Seeaufklärung: Suche nach Flüchtlingsbooten

 

17. Jul 2015 - 17:40 Uhr


General Aviation

DA42 MPP zur Seeaufklärung: Suche nach Flüchtlingsbooten

Im April 2015 startete Christian Dries, CEO Diamond Aircraft Industries, die Initiative JONAS (Joint Nautical Safety) als Reaktion auf die Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer.


Durch den Einsatz speziell ausgerüsteter Überwachungsflugzeuge vom Typ DA42 MPP (Multi-Purpose Platform) Guardian kann JONAS bei der Ortung von Flüchtlingsbooten in Seenot und bei der Koordination der Rettungseinsätze relevante Hilfe leisten. Basierend auf ersten Lageerkundungsflügen Anfang Mai und Besprechungen mit den maltesischen Behörden wurde eine Einsatzplanung entworfen. Aufgrund dieser startete am 25. Juni eine DA42 MPP Guardian mit einer Überwachungscrew bestehend aus einem Piloten und einem Sensor-Operator an Bord nach Malta.


Flugzeug mit Optik und Radar


Das Flugzeug ist ausgestattet mit modernster Ortungstechnik, wie einer elektro-optischen Kamera, einem von Diamond Aircraft für die Seeaufklärung aus der Luft modifizierten Radar und einer Anlage für die Satellitenübertragung von Sprache, Text und Daten. Dadurch lassen sich sämtliche Boote und Schiffe im Meer identifizieren und lokalisieren. Bei Handlungsbedarf können diese Informationen jederzeit an die Seenotrettungsdienste vor Ort weitergegeben werden, um diese an die richtige Stelle zu lotsen.


Über fast zwei Wochen, vom 25. Juni bis zum 07. Juli, waren vier Einsatzcrews (je zwei pro Woche) in Summe 125,5 Stunden in der Luft, um das Meer zwischen Malta, Lampedusa, Tunesien und Libyen nach Flüchtlingsbooten abzusuchen. Die Missionen wurden jeweils vormittags und nachmittags mit abwechselnden Teams und Flugrouten geflogen. Bei jedem Flug wurde jeweils eine Fläche von rund 40.000,00 Quadratkilometer abgesucht, dies entspricht in etwa der Fläche der Schweiz (41.285 Quadratkilometer). Flüchtlingsboote wurden vor allem entlang der libyschen Seegrenze in der Nähe der Gasfelder gesichtet. Die Beobachtungen vor Ort zeigten außerdem, dass ein Großteil der Flüchtlinge bereits unmittelbar beim Eintritt in internationale Gewässer gerettet und geborgen wird.


Das Hilfsprojekt JONAS zeigt somit, dass es möglich ist, vor allem in Gebieten mit hohem Flüchtlingsbootaufkommen, diese Boote zu suchen und genau zu lokalisieren, sowie über die Geschehnisse vor Ort präzise zu informieren und zu berichten. Dies ist vor allem bei einer Häufung von Seenotfällen in kurzen Zeiträumen wichtig, um schnell die tatsächliche Lage zu erfassen und bei der Einteilung der Rettungskräfte je nach Priorität (z.B. Zustand des Bootes, Art des Notfalls) zu helfen. Durch den Einsatz mehrerer Überwachungsflugzeuge könnte eine durchgängige Beobachtungskette gewährleistet werden, um bei Notfällen kontinuierlich und zuverlässig vor Ort zu sein und Leben zu retten. Weitere Flüge sind in Planung.


Eckdaten der Einsätze


  • Einsatzzeitraum: 25.06. – 07.07.2015
  • Gesamt-Flugstunden: 125,5 Std.
  • Treibstoffverbrauch: ~400 L/Tag
  • Flughöhe: 700 – 2.500 Fuß (213 – 762 m) über dem Meeresspiegel
  • Einsatzbasis: Malta International Airport
  • Erkundungsflugzeug: eine DA42 MPP Guardian
  • Einsatzcrews: vier Crews bestehend aus je einem Piloten und einem Operator – je zwei pro Woche und Tag (eine vormittags, eine nachmittags)
  • Einsatzszenario: je ein Erkundungsflug vormittags und nachmittags 

Im Titelbild: Erkundungsflüge der JONAS Initiative mit einer DA42 MPP Guardian – Lagebericht über die Situation im Mittelmeer. Die JONAS DA42 MPP Guardian, ausgestattet mit elektro-optischer Kamera, Seeradar und Satellitenübertragung auf dem Flughafen Malta, der Einsatzbasis. Ein durch die DA42 MPP GUARDIAN über Satellit, in Echtzeit übertragenes Bild vom 06.07.2015 (15:46 Uhr) zeigt die Evakuierung eines Flüchtlingsbootes im abgesuchten Gebiet.




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