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F-16 Absturz in der Oberpfalz – Ablauf und Sicherung

 

14. Aug 2015 - 00:14 Uhr


Info und News

Am 11.08.2015 erreichte gegen 09:40 Uhr die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz die Nachricht, dass im Bereich von Eschenbach, an der nordwestlichen Grenze der Oberpfalz hin zum Regierungsbezirk Oberfranken ein Flugzeug abgestürzt war. Dabei habe sich laut Zeugen der Pilot mit den Fallschirm retten können. Diesen fand wenig später eine Polizeistreife, die den leicht Verletzten in das Krankenhaus nach Bayreuth verbrachte. Wie sich bei der weiteren Lokalisierung der Unglücksstelle herausstellte, liegt diese im Bereich des Marktes Kirchenthumbach, Ortsteil Heinersberg, in einem dortigen Waldgebiet des Landkreises Neustadt an der Waldnaab.


Das Polizeipräsidium Oberpfalz übernahm die polizeiliche Einsatzleitung und Koordination. Bei der abgestürzten Maschine handelt es sich um ein Militärflugzeug des Typs F-16. Dieses war zusammen mit fünf weiteren Flugzeugen, aus der Eifel kommend in Richtung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr zu einem Übungsflug unterwegs. Nachdem der 27-jährige amerikanische Pilot bemerkte, dass er technische Probleme hatte, flog er auf freies Gelände und warf zudem die mitgeführten Reservetanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 1.400 l, sowie mehrere mitgeführte Rauchgranaten ab, ehe er sich mit dem Schleudersitz rettete und die Maschine in dem Waldgebiet abstürzte.


Um dieses wurde zunächst mit Polizeikräften und zahlreichen Feuerwehren aus dem Großraum um das Absturzgebiet eine 1.000 Meter im Radius umfassende Absperrung angelegt, die im weiteren Verlauf auf 500 Meter reduziert werden konnte. Ein Großaufgebot an Feuerwehren, Rettungsdiensten und das THW waren vor Ort. Zudem wurden das Luftfahrtbundesamt, die Zollgrenzbehörde, die Staatsanwaltschaft Weiden und das Landesamtes für Umweltschutz verständigt.


In den Nachmittagsstunden übernahm ein Sprengmittelbeseitigungstrupp der US Streitkräfte die Begutachtung des unmittelbaren Absturzareals. Die Sicherung des militärischen Sicherheitsbereiches übernahm in den frühen Abendstunden die Bundeswehr. Nach derzeitiger Bewertung muss damit gerechnet werden, dass die Begutachtung des Unglücksortes und die Bergung der Wrackteile noch ein bis zwei Tage in Anspruch nehmen kann. Noch in den späten Nachmittagsstunden wurden durch die Beobachtungen aufmerksamer Zeugen die beiden Tanks westlich von Eschenbach gefunden. Einer der Tanks war unbeschädigt, der zweite wies Beschädigungen auf.


Das Flugzeug war ohne Kampfmittel unterwegs, es brannte aus und wurde total zerstört. Ebenfalls gerieten umstehende Bäume und Pflanzen in Brand und wurden dabei zerstört. Hubschrauber der Polizei, der US-Streitkräfte und Rettungshubschrauber des ADAC waren vor Ort. Beim Einsatz verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht am Fuß, daneben mussten sich neun Feuerwehrkräfte wegen Kreislaufproblemen aufgrund der großen Hitze in kurzzeitige Behandlung begeben.


Zwei der erwähnten abgeworfenen Rauchkörper konnten unmittelbar an der Absturzstelle gefunden werden. Der Verbleib der restlichen blieb vorerst ungeklärt. Nach bisheriger Einschätzung geht von diesen Gegenständen jedoch keine unmittelbare Gefahr aus.


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