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Elephanten auf dem Vorfeld zum Winterdienst in Weeze

 

20. Jan 2016 - 15:15 Uhr


General Aviation

Elephanten auf dem Vorfeld zum Winterdienst in Weeze

Mit den sinkenden Temperaturen stehen sie wieder parat: Drei Flugzeugenteisungsfahrzeuge vom Typ "Vestergaard Elephant Beta" sorgen dafür, dass die Flugzeuge vor dem Start von Schnee und Eis befreit werden.


Doch der Winterdienst des Airport Weeze besteht aus mehr als den drei "Elefanten". Rund 50 Mitarbeiter sorgen dafür, dass Runway, Vorfeld und Wege des Flughafens auch bei eisigen Temperaturen verkehrssicher bleiben. Der Winterdienst ist rund um die Uhr in Bereitschaft. Zuständig sind die speziell dafür ausgebildeten Mitarbeiter nicht nur für das Räumen der Start- und Landebahn: Auch Vorfeld und alle öffentlichen Wege rund um den Flughafen müssen schnee- und eisfrei gehalten werden. Insgesamt kümmern sich die Winterdienstler damit um eine Fläche, die 144 Fußballfeldern entspricht.


Räumung nach Reihenfolge


Zum Einsatz kommen dabei zwei Kehrblaskombinationen, zwei Kehrmaschinen mit Schieber, ein Airport-Sprayer (und ein Backup-Fahrzeug) sowie drei Flugzeugenteisungsfahrzeuge. Zudem gibt es zwei Spezialmessfahrzeuge, so genannte "Surface-Friction-Tester", mit denen die Bremswerte auf Start- und Landebahn bestimmt werden.


Vorzugsweise genutzt wird dabei das mechanische Räumen: Die Betriebsflächen werden mit den Kehrblaskombinationen oder den Schiebe-Fahrzeugen von Schnee und Eis befreit – um die Umwelt weniger zu belasten. Die Besen der Räumfahrzeuge sind 5,60 Meter breit und können die 45 Meter breite und 2.440 Meter lange Start- und Landebahn zügig vollständig räumen. Ist die Bahn allerdings komplett vereist, ist etwa eine Stunde für die Räumung einzuplanen. Die Fahrzeuge sind dabei mit maximal 30 Stundenkilometern unterwegs, schnelleres Fahren verringert die optimale Kehr- und Blasleistung.


Hat es geschneit, schieben die Kehrfahrzeuge den Schnee zur Seite; die Startbahn wird mit einer Bürste gereinigt und der Schnee mit einem Gebläse weggepustet. Sollte das bei extremen Wetterverhältnissen nicht ausreichen, steht der Airport-Sprayer parat. Damit werden Start- und Landebahn zusätzlich mit einer etwa 50-prozentigen Kaliumformiatlösung, einer Enteisungsflüssigkeit, besprüht. 10.000 Liter passen in den Tank des Fahrzeugs – je nach Schneefall oder Vereisung reicht das für drei bis vier Touren. Nachschub wird in einem großen Tank auf dem Airport-Gelände gelagert. Das auf Straßen übliche Streuen von Salz ist auf den Flugbetriebsflächen verboten, da es den Werkstoff Aluminium angreift und ein Flugzeug zu großen Teilen aus Aluminium besteht.


Wetter genau im Blick


Der Flughafen nutzt eigene lokale meteorologische Anlagen und Vorhersagesysteme des Deutschen Wetterdienstes, um das Wetter-geschehen beurteilen zu können. Zudem stehen die Mitarbeiter bei besonderen Lagen in direktem Kontakt mit dem Wetterdienst in Essen. "In dem Moment, in dem die erste Flocke fällt, sind die Fahrzeuge auch schon im Einsatz", erklärt Peter Esser, beim Airport Weeze verantwortlich für den Winterdienst, die Vorgehensweise. "Das Ziel ist, dass nichts festfriert." Während tagsüber Esser und Kollegen die Temperaturen im Auge haben, übernehmen nach Betriebsende des Flughafens ab Mitternacht die Mitarbeiter der Feuerwehr den Bereitschaftsdienst. "Morgens um 05:00 Uhr ist dann wieder Übergabe", so Esser.


Die Fläche, auf der die Mitarbeiter des Winterdienstes für Schnee- und Eisräumung sorgen, ist groß: 134.550 Quadratmeter Start- und Landebahn samt Stopways, etwa 50.000 Quadratmeter Rollbahnen im Süden, 50.000 Quadratmeter Rollbahnen im Norden und 36.000 Quadratmeter Vorfeld und Betriebsstraßen.


Flugzeugenteisung mit Glykol


Natürlich müssen in winterlichen Wetterlagen auch die Flugzeuge enteist werden. Dies erledigt in Weeze die Flugzeugabfertigungsfirma Serve2Fly. Dabei bestimmten die Piloten, ob ihre Maschine eines winterlichen Pflegeprogramms bedarf: Entscheiden sie, dass das Flugzeug enteist werden muss, rücken die "Elefanten" an. Die drei Flugzeugent-eisungsfahrzeuge verdanken ihren Spitznamen ihrem zehn Meter langen Rüssel, durch den die Flugzeuge mit Enteisungsmittel besprüht werden. Das besteht aus einem speziellen Gemisch aus warmen Wasser und dem biologisch abbaubaren Frostschutzmittel Glykol. Die Flüssigkeit sorgt auf Rumpf und Tragflächen zudem dafür, dass sich keine (neue) Eisschicht bilden kann, die die Steuerungselemente eines Flugzeugs unbeweglich machen würde. Vergleichbar ist das mit einem Enteisungsspray für Autoscheiben.


Rücken die "Elefanten" an, fühlen sich Passagiere an eine Waschanlage erinnert. Sie sitzen während des 15 Minuten dauernden Enteisungs-vorgangs meist bereits im Flugzeug und können das Ganze von ihren Plätzen aus beobachten.


Die Winterdienstbereitschaft startet am 01. November eines Jahres und endet offiziell am 31. März des Folgejahres. Sollte es nach oder vor diesen Stichtagen unerwartet kalt sein, wird die Bereitschaft entsprechend ausgeweitet. Auf den Fotos: Flugzeugenteisungsfahrzeug vom Typ "Vestergaard Elephant Beta" bei der Enteisung.


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