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AERO FN: Luftfahrt von Damals, Heute und Morgen

 

20. Feb 2016 - 23:49 Uhr


Termine

AERO FN: Luftfahrt von Damals, Heute und Morgen

Innovationen, Premieren und Produktneuheiten – die Allgemeine Luftfahrt ist am Bodensee stark präsent, mit mehr als 600 Unternehmen aus der ganzen Welt vom 20. bis 23. April 2016.

Die Palette der Allgemeinen Luftfahrt ist umfassend: historische Segelflugzeuge, ein- und mehrmotorige Kolbenmotorflugzeuge, Hubschrauber, Gyrocopter, Turboprops und mehrstrahlige Jets sind zu sehen. Drohnen, neue Flugmotoren und Avionik, Zubehör oder Dienstleistungen rund ums Fliegen sowie Angebote der Flugschulen runden das Programm ab. Gleichzeitig werden die Spezialbereiche e-flight-expo, Avionics Avenue, Engine Area und AERODrones RPAS EXPO mit neuen Inhalten dargestellt. Mit dem Slogan "Be a pilot" wirbt die AERO für den Traum vom Fliegen und motiviert damit die Nachwuchspiloten.

Messechef Klaus Wellmann und AERO-Projektleiter Roland Bosch setzen ganz gezielt auf neue Impulse: "Eine fachlich orientierte Messe wie die AERO muss auch zeigen, wie faszinierend das Thema Fliegen ist", bekräftigt Roland Bosch. Die Förderung des Pilotennachwuchses ist deshalb auch ein großes Ziel des Messeteams. Aus diesem Grund ist erstmals der Messeeintritt für alle unter 16-Jährigen kostenlos, bisher galt dies nur für Jugendliche unter 14 Jahren.


Leichter zum Motorflug


Bei den etablierten Herstellern von Motorflugzeugen dreht sich vieles um die Modellpflege der traditionellen Ein- und Zweimotorigen mit Kolbenmotor. Deutlich gesunkene Preise für das Flugbenzin Avgas infolge des Ölpreisverfalls sorgen dafür, dass das Fliegen wieder preiswerter wird. Gleichzeitig tragen günstige Spritpreise auch dazu bei, dass die Privatpilotenausbildung auf einmotorigen Maschinen oder die Weiterbildung für das Multi-Engine-Rating zum Fliegen mehrmotoriger Flugzeuge wieder erschwinglicher wird.


Einen positiven Effekt für die Bereitschaft vieler Piloten, mehr Flugstunden zu absolvieren, hat auch eine Neuregelung durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA. Diese führte vor kurzem Erleichterungen für Piloten zum Erwerb des Instrumentenflug-Ratings in Europa ein. Immer stärker in den Fokus rücken auch einmotorige Maschinen in der sogenannten Echo-Klasse, die ähnlich wie Ultraleichtflugzeuge mit einem Gesamtrettungssystem ausgestattet sind. Cirrus Aircraft ist mit seinen auf der AERO präsentierten Maschinen der Vorreiter dieser Sicherheitsphilosophie. Weitere Hersteller wie Flight Design mit der C4 oder Pipistrel mit der Panthera bieten ihre neuen Flugzeuge ebenfalls serienmäßig mit einem Gesamtrettungssystem an. Aber auch alle klassischen Ein- oder Zweimotorigen von Herstellern aus den USA, Europa, China oder Australien sind am Bodensee präsent.


Ultraleichtflugzeuge


Das Boom-Segment in der Allgemeinen Luftfahrt sind die ultraleichten Maschinen. Hierzu zählen Motorflugzeuge bis 472 Kilo Abfluggewicht, aber auch Segelflugzeuge, Tragschrauber und Hubschrauber. In keinem anderen Bereich der Luftfahrt ist die Innovationsdichte so hoch, zudem ist das Ultraleichtfliegen sowohl von der Flugausbildung als auch von den Betriebskosten der Luftfahrzeuge die preiswerteste Art des Fliegens nach dem Segelflug. In diesem Jahr sind mehrere neue 120-Kilo-Maschinen innerhalb der UL-Kategorie in Friedrichshafen zu entdecken. Diese motorisierten Einsitzer sind in der Anschaffung und im Unterhalt besonders günstig. Zudem dürfen sie geflogen werden, ohne dass der Besitzer eine flugmedizinische Tauglichkeitsbescheinigung nachweisen muss.


Eine Gewichtsklasse über den Ultraleichten rangieren die Flugzeuge der Light Sport Aircraft-Klasse, die es mit unterschiedlichen Zulassungen für die USA und für Europa gibt. Neben der Modellpflege vieler Maschinen etablierter Hersteller werden auch Premieren am Bodensee zu sehen sein. So zeigt etwa eine chinesische Firma erstmals ihr Amphibienflugzeug mit 650 Kilogramm maximaler Abflugmasse für die amerikanische Light-Sport-Aircraft-Klasse. Aus Deutschland kommen ebenfalls neue Flugzeuge: Der norddeutsche Hersteller Breezer Aircraft stellt sein neues Modell B600 vor, das wenige Wochen vor der AERO als europäisches Light Sport Aircraft von der EASA zertifiziert wurde.


Tragschrauber heben ab


Zu den Drehflüglern zählen auch die Gyrocopter. Diese erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit innerhalb der Ultraleichten, weil sie extrem kurze Start- und Landestrecken aufweisen, dazu sehr langsam fliegen können und fast so universell einsetzbar sind wie leichte Helikopter, aber bei deutlich geringeren Anschaffungs- und Betriebskosten. Auf der AERO werden die neuesten Tragschrauber-Modelle präsentiert, mit offenem oder geschlossenem Cockpit, als Ein- oder Zweisitzer und in Side-by-side- oder Tandemkonfiguration.


Business Aviation


Bei den Jets gibt es ebenfalls neue Produkte zu sehen. Der innovative Honda Jet mit seiner unkonventionellen Triebwerksanordnung auf der Tragfläche hat bereits seine endgültige Verkehrszulassung erhalten. Eines der ersten Serienexemplare wird auf der AERO präsentiert. Ein weiterer völlig neuer Business-Jet, der als Mockup am Bodensee zu sehen sein wird, ist die einstrahlige Vision SF50 von Cirrus Aircraft.


Sie wird nach ihrer in Kürze erwarteten Verkehrszulassung als erster Business-Jet der Welt serienmäßig mit einem Fallschirm-Rettungssystem ausgeliefert. Als Deutschlandpremiere wird eine zweistrahlige Legacy 450 des brasilianischen Herstellers Embraer Executive Jets präsentiert. Zudem sind zahlreiche weitere Business-Jets renommierter Hersteller aus Nord- und Südamerika sowie Europa am Bodensee zu sehen.


Auch ein- oder mehrmotorige Flugzeuge mit Kolbenmotor und Turboprops sind unter den am Bodensee ausgestellten Maschinen innerhalb der Business-Aviation zu finden. Gerade Hersteller von sparsamen Turbinen-Singles wie Pilatus mit der PC-12, Daher mit der TBM 900, Cessna mit der Caravan, Quest mit der Kodiak oder Piper mit der M500 konnten sich 2015 über gute Absatzzahlen freuen. Noch gefragter werden diese Maschinen wohl in naher Zukunft sein, da bei der EASA erwogen wird, Turbinen-Singles auch in Europa gewerblich nach Instrumentenflugregeln fliegen zu lassen. Das war bisher nicht möglich.


Historischer Segelflieger


Bei den Segelfliegern werden mehrere Maschinen des "Vintage Glider Clubs" für einen nostalgischen Touch und einen Kontrast zu den modernen ‚Superorchideen‘ vor allem aus deutscher und europäischer Produktion setzen. Auch der Bereich der Motorsegler wird wieder stark umlagert sein, ist diese Form des Fliegens doch eine der preiswertesten Möglichkeiten, motorisiert in die Luft zu kommen.


e-flight-expo für elektrisches Fliegen


Die e-flight-expo findet unter dem Motto "Electrical, Ecological, Evolutionary" mit alternativen Antriebskonzepten bereits zum achten Mal statt. Hier stehen elektrisch angetriebene Ultraleichte, Motorsegler und Drehflügler im Mittelpunkt. Highlight 2016 sind gleich mehrere hochinnovative Maschinen. Das wohl ungewöhnlichste elektrisch angetriebene Luftfahrzeug ist der Volocopter, der vor zwei Jahren seine Premiere auf der AERO feierte. Mittlerweile ist das von 18 Rotoren angetriebene Luftfahrzeug für zwei Personen bereits mehrfach unbemannt geflogen, die Flugerprobung durch einen Testpiloten an Bord soll demnächst beginnen.


Der Technikkonzern Siemens zeigt gleich zwei Maschinen, in denen die neuen leistungsstarken Elektroantriebe des deutschen Unternehmens eingebaut sind: Eine Kunstflugmaschine mit einem 250-Kw-Antrieb und ein Ultraleichtflugzeug, ebenfalls mit Siemens-E-Motor, der 60 Kw leistet. Als große Überraschung auf der e-flight-expo soll auch das Mockup einer hybridelektrischen Zweimot gezeigt werden. Diese Maschine basiert auf einer Serienmaschine eines europäischen Herstellers. Angekündigt sind weitere innovative Luftfahrzeuge, darunter ein elektrisch angetriebener Tragschrauber, der im vergangenen Sommer seinen Erstflug hatte. Der Elektroflugzeug-Pionier Yuneec aus China will nicht nur sein bekanntes E-Modell vom Typ 430 zeigen, sondern liefert seinen Elektromotor auch an einen osteuropäischen Ultraleichtflugzeug-Hersteller, der diesen Prototyp ebenfalls auf der AERO zeigt.


AERODrones RPAS EXPO


Die AERODrones RPAS EXPO zeigt in Zusammenarbeit mit dem Verband für unbemannte Luftfahrzeuge, UAV Dach, wie dynamisch die Entwicklung ziviler Drohnen voranschreitet. Das Spektrum dieser Remotely Piloted Aircraft Systems (RPAS) innerhalb der Allgemeinen Luftfahrt nimmt immer mehr zu. Unbemannte Luftfahrzeuge mit modernster Mess- und Sensortechnik sind zu sehen.


Engine Area – die Antriebe


In der Engine Area in Halle A5 werden moderne Flugmotoren und Zubehör verschiedenster Hersteller präsentiert, ob Kolbenmotor, Turbine oder Hybridantrieb. Hier sind innovative Triebwerke zu sehen. Diese sind entweder besonders sparsam, besonders leicht, besonders leise oder eine Kombination aus allen drei Faktoren. Einen Schwerpunkt auf der Engine Avenue nehmen in diesem Jahr die Elektroantriebe ein. Immer mehr dieser nahezu geräuschlosen Motoren werden speziell für Flugzeuge, aber auch für Tragschrauber und sogar für Helikopter entwickelt.


Avionics Avenue


Im Rahmen der Avionics Avenue zeigt die AERO die neuesten Entwicklungen und Geräte im Bereich Flugsteuerung, Navigation, Kollisionswarnung und Flugplanung für Flugzeuge und Helikopter. Die in Europa von der EASA seit kurzem erleichterte Ausbildung für die Instrumentenflug-Berechtigung von Piloten wird diesem Bereich zusätzliche Nachfrage bescheren. Aber auch der immer näher rückende Ablauf der Frist für die Umstellung von Funkgeräten auf das 8,33-kHz-Raster im Sichtflugverkehr zum 31. Dezember 2017 sorgt bei Avionikherstellern für steigende Umsätze.


Aviation and Pilots Competence Center


Das Aviation and Pilots Competence Center richtet sich nicht nur an Piloten, sondern an alle Luftfahrtinteressierten, die eine Flugausbildung anstreben. Hier gibt es Informationen und Angebote von Flugschulen, aber auch Anlaufstellen von Behörden oder Interessenvertretungen. Interessierte AERO-Besucher können sich unter dem Slogan "Be a Pilot" hier auch über besonders preiswerte Flugausbildungen wie etwa bei den Ultraleichtflugzeugen, eine Segelflugausbildung ab einem Alter von 14 Jahren oder die voraussichtlich in Deutschland neu entstehende Helikopter-Ultraleichtflugkategorie informieren.


AERO Conferences


In diesem Jahr wird es im Rahmen der AERO Conferences mehr als 100 Vorträge, Konferenzen und Workshops zu aktuellen Themen der Luftfahrt geben. Experten von Pilotenvereinigungen, Behörden und den Herstellerverbänden GAMA und LAMA sowie Interessenvertretungen aus der General Aviation informieren und diskutieren über politische Rahmenbedingungen und Verbesserungsmöglichkeiten sowie die derzeitige Situation der Luftfahrt. Auch der Dachverband für die Unmanned Aerial Vehicle ist hier immer stärker beteiligt.


Als besonderes Highlight wird voraussichtlich Mark Moore von der US-Amerikanischen Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA auf den AERO-Conferences über das sogenannte X-Plane-Programm der NASA informieren. Bei diesem Forschungsprogramm wird auch ein Flugzeug aus der General Aviation mit zahlreichen direkt an der Fläche angebrachten Elektromotoren erprobt. Ein weiterer hochkarätiger Referent aus den USA, Earl Lawrence von der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) und dort als Referatsleiter für Drohnen zuständig, will über den Ansatz der FAA sprechen, wie Drohnen zukünftig in den US-Luftverkehr integriert werden können.


Anflug zur AERO


Für selbstfliegende Besucher der AERO wird es auch 2016 wieder eine Online-gestützte Slotvergabe für den Anflug auf den Flughafen Friedrichshafen eingerichtet. Diese Infos sind ab Anfang April abrufbar. Erneut ist für Piloten von Ultraleichten und Motorseglern der Segelflugplatz Markdorf als slotfreie Alternative während der Messe anfliegbar. Von dort gibt es einen Shuttle-Service zur AERO.


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