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Copernicus: Experten sprechen beim Sentinel-Start

 

28. Feb 2017 - 16:08 Uhr


Raumfahrt

Der zweite Satellit der Sentinel-2-Mission im Rahmen des Copernicus-Programms der EU soll am 07. März um 02:49 Uhr MEZ (06. März um 22:49 Uhr Ortszeit) an Bord eines Vega-Trägers von Europas Raumflughafen in Französisch-Guayana aus starten. Dort werden 100 ausgewählte Akteure aus ganz Europa, geladene Gäste, Erdbeobachtungsexperten der ESA und Vertreter der neuen Nutzergeneration von Copernicus-Daten in einem neuen, informelleren und interaktiven Rahmen zusammenkommen. Neben dem Rednerpult wird in vier Themenecken über "Zivilschutz und Nahrungsmittelsicherheit", "Weltraumtechnologie, Betrieb und Geschäftstrends", "See- und Küstengebiete" sowie "Städte und Gesellschaft" diskutiert.


Copernicus wird in Partnerschaft mit der ESA unter Schirmherrschaft der Europäischen Kommission durchgeführt und wird genaue, zeitnahe und leicht zugängliche Informationen zur Verbesserung des Umweltmanagements und zur Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels sowie Landüberwachungs-, Katastrophenmanagement- und Sicherheitsdienste bereitstellen. Die neue Flotte an Sentinel-Satelliten wird eine Fülle von Daten und Bildern übermitteln, die im Mittelpunkt des ehrgeizigen Copernicus-Programms stehen.


Konstellation von Multispektraltalenten


Die optische Abbildungsmission beruht auf einer Konstellation aus zwei baugleichen Satelliten, dem bereits im Juni 2015 gestarteten Satelliten Sentinel-2A sowie dem Satelliten Sentinel-2B, die zwar separat gestartet, jedoch, durch 180° getrennt, in dieselbe Umlaufbahn eingebracht werden. Alle fünf Tage decken beide Satelliten alle Landoberflächen, großen Inseln sowie Binnen- und Küstengewässer zwischen 56° südlicher und 84° nördlicher Breite ab, wodurch der globale Erfassungsbereich und die Übermittlung von Daten für zahlreiche Anwendungen optimiert werden.


Die Mission umfasst eine innovative hochauflösende Multispektral-Kamera mit 13 Spektralbändern, die eine neue Bildperspektive für Landoberflächen und Vegetation bieten. Die Kombination aus hochauflösenden, neuartigen Spektralkapazitäten, einem Sichtfeld von 290 km und regelmäßigen Überflugzeiten wird ungekannte Aufnahmen der Erde ermöglichen.


Landwirtschaft und Umweltverschmutzung


Des Weiteren soll die Mission Informationen für die Landwirtschaft liefern und somit einen Beitrag zum Management der Nahrungsmittelsicherheit leisten. Zudem soll sie die Kartierung des jeweiligen Zustandes und der Veränderung der Landoberfläche und die Überwachung der globalen Waldflächen ermöglichen. Auch Informationen über die Verschmutzung von Seen und Küstengewässern werden mit dieser Mission zur Verfügung stehen. Aufnahmen von Überschwemmungen, Vulkanausbrüchen und Erdrutschen werden zur Erstellung von Katastrophenkarten beitragen und humanitäre Hilfsaktionen erleichtern.


Sentinel-2 ist in der Lage, ein anderes ESA-Programm, das europäische Datenrelaissatellitensystem (EDRS), zu nutzen. Im Rahmen von EDRS wird ein Netz aus geostationären Laserkommunikationsnutzlasten für die stete Übermittlung von Satellitendaten in der erdnahen Umlaufbahn und eine beispiellos schnelle Weitergabe der Sentinel-Erdbeobachtungsdaten über Laserverbindungen ermöglichen.


Die Sentinel-2-Satelliten entstammen einer engen Zusammenarbeit zwischen der ESA, der Europäischen Kommission, der Industrie, Diensteanbietern und Datennutzern und wurden von einem Konsortium aus 60 Unternehmen unter der Leitung von Airbus Defence and Space entworfen und gebaut.


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