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Zukunftsmarkt Drohnen und Copter formiert sich

 

23. Mai 2017 - 17:18 Uhr


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PricewaterhouseCoopers (PwC) beziffert das weltweite Marktpotenzial für drohnenbasierte Geschäftsanwendungen derzeit auf rund 130 Milliarden Dollar im Jahr 2020, so eine aktuelle Studie nicht nur der kürzlich gegründeten Drohnensparte des Beratungshauses. Am größten ist das Potenzial in den Bereichen Infrastruktur und in der Bauindustrie. Hier ließe sich nach Berechnungen der Berater mit Drohnen rund 45 Milliarden Dollar verdienen. Es folgen die Bereiche Landwirtschaft, zivile Sicherheit sowie Medien und Unterhaltung. Einen Profiteur sieht PwC in der Versicherungsbranche. Diese habe nicht nur Bedarf an vielfältigen Informationen aus der Luft, sondern könne Versicherungen für Drohnenbetreiber anbieten.


Auch die Zahlen von Drone Industry Insights (DRONEII), einem Marktforschungsinstitut für die kommerzielle Nutzung von Drohnen, bestätigen das immense Potenzial. Der Bewertungsansatz von DRONEII ist jedoch ein anderer: "Wir bewerten den Markt von unten nach oben auf Basis echter Marktzahlen und –Indikatoren. Wir schauen uns bspw. die Investitionen in bestimmte Bereiche an. So stieg die durchschnittliche Invest-Summe in eine Drohnenfirma von 2015 bis 2016 um 185 Prozent, die Anzahl der strategischen Partnerschaften wuchs im gleichen Zeitraum um 330 Prozent.", sagt Kay Wackwitz, CEO von DRONEII. Trotzdem lasse sich der Markt heute nur schwer einschätzen. "Die Entwicklungen sind so rasant, dass technische Innovationen und neue Anwendungen teilweise nur schwer quantifiziert werden können.", so Kay Wackwitz.


Wo liegen die Möglichkeiten


In den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen und in unterschiedlichsten Fachbereichen von Universitäten werden weltweit neue Drohnenanwendungen erprobt und entwickelt. Experten sind sich sicher, dass wir bisher erst die Spitze des Eisbergs sehen.


Vom 26. bis 28. September 2017 präsentiert die Branche ihr Potenzial auf der Interaerial Solutions in Berlin. Die größte Drohnenshow Europas findet im Rahmen der Weltleitmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement INTERGEO statt. Drohnenhersteller, Zulieferer, Zubehörhersteller, Dienstleister sowie kommerzielle Nutzer und Anwender verschiedener Industrien treffen auf die Top-Entscheider der weltweiten UAS-Community.


Fachleute und Präsentation


Best Practice steht im Mittelpunkt von Praxisforum und FlightZone auf dem Berliner Messegelände am Funkturm. Schwerpunkte sind der Drohneneinsatz in Vermessung und Inspektion. Brauchte ein klassischer Vermessungstrupp noch rund eine Woche für die Vermessung von Großbaustellen, kann das heute eine Drohne im vollautomatischen Flug innerhalb von wenigen Minuten deutlich präziser erledigen. Demoflüge der international führenden Hersteller werden die Anwendungsmöglichkeiten vor Ort live erlebbar machen.


Auch bei der Inspektion von Anlagen und Bauwerken sind UAS längst im Einsatz. Drohnen mit Wärmebildkameras erkennen, welches Panel im Solarpark defekt ist. Betreiber von Windrädern und Fluggesellschaften suchen mit HD-Kameras zentimetergenau nach kleinsten Rissen und Schäden in den Strukturen. Gleiches gilt für die technischen Kontrollen von Brücken, Staudämmen oder Türmen. Auch da, wo es für Menschen gefährlich wird, z. B. bei komplizierten Wartungen auf Bohrinseln, bieten Drohnen die sichere und zuverlässige Lösung. Weitere Themen im Praxisforum sind der Drohneneinsatz im Katastrophenschutz, im Rettungswesen, in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Sicherheitsbereich.


Einen besonderen Anreiz bietet das Praxisforum der Interaerial Solutions mit seiner hohen Expertendichte für Unternehmen, die zwar bereits ambitioniert Drohnen testen, den echten "Game Changer" für ihr Geschäftsmodell jedoch noch nicht gefunden haben.


Rechtlicher Rahmen für Drohneneinsätze


Die im März verabschiedete "Drohnenverordnung" schreibt u.a. ab dem 1. Oktober einen Führerschein für Fluggeräte ab zwei Kilo Gewicht vor. Dieser soll durch von durch das Luftfahrtbundesamt (LBA) anerkannte Stellen nach bestandener Theorieprüfung erteilt werden. Eine praktische Prüfung sieht die Verordnung nicht vor.


"Flugtraining und Erfahrung sind jedoch ebenso essentiell für eine sichere Nutzung wie das Wissen um Technik und rechtliche Grundlagen. Im Luftraum darf kein Platz sein für Autodidakten, die nach dem Prinzip "fly & error" vorgehen.", sagt Frank Lemm, Trainer bei FF-Multicopter & Drones, einem der größten Schulungsanbieter Deutschlands.


Ebenso ist heute noch unklar, wer die "anerkannten Stellen" sein werden, die Führerscheinprüfungen abnehmen werden. Das Forum der Interaerial Solutions 2017 wird Interessierten aktuelle Antworten rund um den Führerschein liefern. Auch die Würdigung der immer komplexer werdenden nationalen und internationalen Rechtsvorschriften bildet einen Schwerpunkt des Praxisforums. So wird die deutsche Drohnenverordnung mit der kommenden EU-Lösung verglichen. Auch Themen wie Datensicherheit und Datenschutz stehen auf dem Programm.


Award für Ideen von Anwendungen


Erstmalig wird im Rahmen der Interaerial Solutions der Drone Pioneer Award verliehen. Übergreifendes Ziel ist es, den Entwicklungsprozess von Nutzungsmöglichkeiten der Drohneneinsätze zu fördern. Der Award zeichnet nicht eine Drohnentechnologie an sich aus. Vielmehr prämiert er Problemlösungen mit Hilfe von Drohnen, die sich den in der UN Agenda 2030 formulierten globalen Zielen annehmen. Führende Industrieunternehmen verschiedener Branchen sollen ermutigt werden, über ein Engagement für den Drone Pioneer Award unentdeckte Nutzungsmöglichkeiten von Drohnen zu erschließen. Initiator des Awards sind neben Michael Wieland von COPTERView, die Kreativagentur TRIAD Berlin und die Interaerial Solutions.


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