Die MTU Aero Engines AG hat ihre Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2026 vorgelegt und ein Umsatzplus von 13 Prozent erwirtschaftet. Der bereinigte Umsatz stieg von 6,3 Mrd. Euro auf 7,1 Mrd. Euro.
Das bereinigte operative Ergebnis1 der MTU Aero Engines lag mit 1.042 Mio. Euro um fünf Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2025. Von Januar bis September 2025 waren es 995 Mio. Euro gewesen. Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 14,6 Prozent (Januar bis September 2025: 15,9 Prozent). Der bereinigte Gewinn nach Steuern2 stieg um vier Prozent von 720 Mio. Euro auf 751 Mio. Euro.
"Die MTU hat erneut eine starke Leistung gezeigt. Wir setzen unseren Erfolgskurs fort", sagte Dr. Johannes Bussmann, Vorstandsvorsitzender der MTU Aero Engines AG. "Die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen ist anhaltend hoch. Vor diesem Hintergrund präzisieren wir heute unsere Umsatzprognose. Den Ausblick für die Cash Conversion Rate passen wir bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr an."
Finanzvorständin Katja Garcia Vila ergänzte: "In unserer Umsatzerwartung schlägt sich neben der hohen Nachfrage auch ein günstigerer US-Dollar-Wechselkurs nieder. Wir gehen davon aus, dass wir 2026 einen Umsatz von 9,5 bis 9,7 Mrd. Euro erreichen." Bisher hatte die MTU für das Geschäftsjahr 2026 einen bereinigten Umsatz zwischen 9,2 Mrd. Euro und 9,7 Mrd. Euro erwartet. Gestützt wird die Umsatzerwartung vor allem von der zivilen Instandhaltung und vom Ersatzteilgeschäft.
In beiden Geschäftssegmenten hat die MTU ihren Ausblick für den Anstieg des organischen bereinigten Umsatzes auf US-Dollar-Basis an das obere Ende der bisherigen Prognosespannen angehoben: In der zivilen Instandhaltung rechnet das Unternehmen 2026 mit einem organischen Umsatzplus im mittleren Zehner-Prozentbereich; bisher war die MTU von einem Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren Zehner-Prozentbereich ausgegangen.
Auch der organische Umsatz des Ersatzteilgeschäfts dürfte 2026 im mittleren Zehner-Prozentbereich wachsen. Bisher war im Ersatzteilgeschäft ein Anstieg im niedrigen bis mittleren Zehner-Prozentbereich erwartet worden. Das organische Umsatzplus im zivilen Seriengeschäft dürfte 2026 einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erreichen. Hier lag die ursprüngliche Umsatzerwartung bei einem Anstieg im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich. Unverändert bleibt der Ausblick für das Militärgeschäft: Der Umsatz des Militärgeschäfts dürfte 2026 im mittleren Zehner-Prozentbereich zunehmen.
"Stark entwickelt hat sich auch unser Free Cashflow. Die Cash Conversion Rate erreichte in den ersten neun Monaten 62 Prozent und lag damit über unseren Erwartungen für das Gesamtjahr", so Garcia Vila weiter. "Für das Gesamtjahr passen wir unseren CCR-Ausblick heute erneut an." Die MTU rechnet für 2026 jetzt mit einer Cash Conversion Rate zwischen 55 und 60 Prozent. Bereits zum Halbjahr hatte sie das CCR-Ziel von 45 bis 55 Prozent auf 50 bis 60 Prozent angehoben. Die Cash Conversion Rate drückt das Verhältnis von Free Cashflow zu bereinigtem Gewinn nach Steuern aus. Die übrigen Prognosewerte bleiben unverändert: Das bereinigte EBIT soll 2026 1,35 Mrd. Euro bis 1,45 Mrd. Euro erreichen. Der bereinigte Gewinn nach Steuern dürfte sich analog zum bereinigten EBIT entwickeln. Die Prognose der MTU basiert auf einem Dollarkurs von 1,15 US-Dollar / Euro im vierten Quartal 2026.
In den ersten neun Monaten 2026 hat die MTU den bereinigten Umsatz sowohl in der zivilen Instandhaltung als auch im Militärgeschäft gesteigert. Mit einem Plus von 19 Prozent auf 5,1 Mrd. Euro erzielte das Unternehmen in der zivilen Instandhaltung den höchsten prozentualen Umsatzzuwachs (Januar bis September 2025: 4,3 Mrd. Euro). "Auf Dollar-Basis lag das Umsatzplus in der zivilen MRO bei 23 Prozent", ergänzte Garcia Vila. Den größten Beitrag zum Umsatzanstieg leisteten neben den Getriebefan-Triebwerken insbesondere die unabhängige MRO, das Leasing- und Asset-Management-Geschäft und die Teilereparatur. Die Getriebefan-MRO hatte in den ersten neun Monaten 2026 einen Anteil von rund 45 Prozent an der zivilen Instandhaltung. Garcia Vila: "In der Getriebefan-Instandhaltung hat sich nicht nur die Anzahl der Shop Visits erhöht, sondern auch der Materialeinsatz."
Der bereinigte Umsatz des Militärgeschäfts stieg in den ersten neun Monaten um 13 Prozent und erreichte 472 Mio. Euro (Januar bis September 2025: 418 Mio. Euro). Die wichtigsten Umsatztreiber waren der Eurofighter-Antrieb EJ200 und das TP400-D6 für den Militärtransporter A400M. Bussmann: "Vorangetrieben haben wir auch unsere Expertise auf dem Gebiet der Antriebe für die nächste europäische Kampfflugzeug-Generation. Unsere Kompetenzen und Erfahrungen wollen wir auch in Zukunft weiter einbringen und damit ein unverzichtbarer Partner auf dem Gebiet der militärischen Antriebe bleiben."
Im zivilen Triebwerksgeschäft lag der bereinigte Umsatz in den ersten neun Monaten mit 1,6 Mrd. Euro auf dem Niveau des Vergleichszeitraums (Januar bis September 2025: 1,6 Mrd. Euro). Innerhalb des zivilen Triebwerksgeschäfts ist der Umsatz des zivilen Seriengeschäfts organisch auf Dollar-Basis im mittleren einstelligen Prozentbereich gewachsen. "Der Produktmix zeigt einen höheren Anteil an Serientriebwerken bei stabilen Ersatztriebwerk-Auslieferungen und damit eine Normalisierung des Anteils an Ersatztriebwerken", so Garcia Vila. Im Ersatzteilgeschäft lag das organische Umsatzplus in US-Dollar im mittleren Zehner-Prozentbereich. Den Umsatzzuwachs des Ersatzteilgeschäfts stützten vor allem das V2500 für die klassische A320-Familie sowie das PW1100G-JM für die A320neo, außerdem die Pratt-&-Whitney-Canada-Programme für Geschäftsreiseflugzeuge. Insgesamt erreichte der bereinigte Umsatz im OEM-Geschäft in den ersten neun Monaten ein Plus von zwei Prozent auf 2,1 Mrd. Euro (Januar bis September 2025: 2,1 Mrd. Euro).
Der Auftragsbestand lag Ende September mit 29,8 Mrd. Euro auf dem Vorjahresniveau (31. Dezember 2025: 29,5 Mrd. Euro). Den höchsten Anteil am Auftragsbestand hatten die Antriebe der Pratt & Whitney GTF™-Triebwerksfamilie, vor allem das PW1100G-JM, und das V2500.
Die MTU hat das bereinigte EBIT der zivilen Instandhaltung in den ersten neun Monaten 2026 um 15 Prozent von 355 Mio. Euro auf 408 Mio. Euro gesteigert. Die bereinigte EBIT-Marge des MRO-Geschäfts lag bei 8,0 Prozent nach 8,3 Prozent im Vergleichszeitraum. "Die Marge ist vor dem Hintergrund des Hochlaufs unseres Standorts in Fort Worth und des höheren Anteils der Getriebefan-MRO sehr solide. Der starke Beitrag unseres MRO-Kerngeschäfts und unseres Leasing- und Asset-Management-Bereichs wirkten hier positiv", ordnete Garcia Vila ein.
Im OEM-Geschäft erzielte die MTU auf Neun-Monats-Sicht mit 633 Mio. Euro ein bereinigtes Ergebnis auf dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums (Januar bis September 2025: 640 Mio. Euro). Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 30,3 Prozent nach 31,1 Prozent im Vergleichszeitraum.
In den ersten neun Monaten 2026 sind 296 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung geflossen, acht Prozent mehr als im Vergleichszeitraum (Januar bis September 2025: 275 Mio. Euro). Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der MTU bildeten Leistungsverbesserungen der Getriebefan-Programme sowie Technologiestudien für zukünftige evolutionäre und revolutionäre Antriebsgenerationen.
Der Free Cashflow der MTU ist um 67 Prozent von 279 Mio. Euro auf 466 Mio. Euro gestiegen. Die Cash Conversion Rate erreichte 62 Prozent (Januar bis September 2025: 39 Prozent). Garcia Vila: "Diese starke Entwicklung unterstreicht einmal mehr unsere starke operative Leistungsfähigkeit und die Erfolge unseres disziplinierten Cash-Managements. Die MTU setzt ihr profitables Wachstum erfolgreich in Cash-Generierung um und investiert gleichzeitig weiter in die Zukunft."
Euro Die Netto-Auszahlungen in Sachanlagen sind in den ersten neun Monaten 2026 um 82 Prozent auf 280 Mio. Euro gestiegen (Januar bis September 2025: 154 Mio. Euro). Verwendet wurden die Mittel insbesondere für den Ausbau der Produktionskapazitäten in Deutschland und im US-amerikanischen Fort Worth, außerdem für Ersatzbeschaffungen im Anlagen- und Maschinenpark sowie für die Erweiterung der Kapazitäten des Triebwerksleasing- und Asset-Management-Geschäfts.
Bei der MTU waren am Quartalsende 14.242 Mitarbeiter beschäftigt, vier Prozent mehr als am Jahresende 2025 (31. Dezember 2025: 13.674 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter).
1) EBIT adjusted = Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern, bereinigt.
2) Net Income adjusted = Ergebnis nach Ertragsteuern, bereinigt.