Der Köln Bonn Airport und der Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen sind ab sofort "Partnerflughäfen". Am heutigen Mittwoch (30. September) unterzeichneten Verantwortliche beider Flughäfen in Istanbul ein Memorandum of Understanding (MoU) und vereinbarten mit dieser Absichtserklärung ihre neue strategische Partnerschaft.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Flughäfen knüpft an die enge Verbindung zwischen Köln und Istanbul an. Die beiden Städte sind seit dem 15. März 1997 offiziell miteinander verbunden und feiern im kommenden Jahr das 30-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft. Die neue Vereinbarung wurde im Rahmen einer Delegationsreise von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst in die Türkei geschlossen. Mit dem MoU schaffen die beiden Flughäfen einen Rahmen für den kontinuierlichen Austausch von Wissen, Erfahrungen und Best-Practice-Beispielen, um gemeinsam neue Impulse für die tägliche Arbeit und die Weiterentwicklung ihrer Flughäfen zu gewinnen.
Der Köln Bonn Airport (Flughafencode CGN) ist einer der wichtigsten Verkehrsflughäfen Deutschlands im Passagier- und Frachtbereich. Im Jahr 2025 verzeichnete er mehr als zehn Millionen Passagiere. Der Flughafen ist rund um die Uhr in Betrieb und mit rund 15.000 Beschäftigten eine der größten Arbeitsstätten der Region. An der Kooperation beteiligt sind auf Unternehmerseite die deutsche Flughafen Köln/Bonn GmbH sowie die türkische Istanbul Sabiha Gökçen International Airport Investment Development and Operation Inc. (ISG) und die HEAŞ. Am Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen ist HEAŞ als Flughafenbehörde für die luftseitige Infrastruktur, den Betrieb von Start- und Landebahnen sowie Vorfeldern, den Feuerwehr- und Rettungsdienst sowie die allgemeine Sicherheit des Flugfeldes verantwortlich, während ISG für den Betrieb des Terminals und der kommerziellen Einrichtungen zuständig ist.
"Das Memorandum of Understanding ist für den Köln Bonn Airport ein Meilenstein – weit über die reine Zusammenarbeit zweier Flughäfen hinaus: Es schafft eine Brücke zwischen Deutschland und der Türkei, zwischen Köln und seiner Partnerstadt Istanbul – und eröffnet neue Möglichkeiten für internationalen und interkulturellen Austausch", sagt Cenk Özöztürk, Geschäftsführer der Flughafen Köln/Bonn GmbH, der das MoU in Istanbul unterzeichnete. "Unser Anspruch ist es, diese Partnerschaft mit Leben zu füllen – durch offenen Dialog, gezielten Wissenstransfer und den klaren Willen, neue Perspektiven zu gewinnen. Denn genau darin liegt der Wert einer solchen Zusammenarbeit: voneinander lernen, Erfahrungen teilen und interkulturelle Kompetenz stärken. Genau dafür steht unsere Partnerschaft mit Istanbul-Sabiha Gökçen."
Der auf der asiatischen Seite Istanbuls gelegene internationale Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen (Flughafencode SAW) ist der zweitgrößte Flughafen der Türkei und der am schnellsten wachsende große Flughafen Europas. Im Jahr 2025 verzeichnete der Flughafen 48,4 Millionen Passagiere. Der Flughafen wird von HEAŞ, der Flughafenbehörde von Sabiha Gökçen, verwaltet. HEAŞ ist für die gesamte luft- und landseitige Infrastruktur verantwortlich, einschließlich der Vorfelder und Start- und Landebahnen sowie der Flughafenentwicklungsprojekte und Investitionen.
Der Flughafen wurde ursprünglich 2008 von einem Konsortium aus Limak Holdings, GMR Group und Malaysia Airports Holdings Berhad (MAHB) gegründet. Das Passagierterminal wird seit dem 23. Oktober 2014 vollständig von MAHB betrieben. Als bedeutendes internationales Luftverkehrsdrehkreuz verbindet der Flughafen Istanbul mit insgesamt 158 Zielen in 55 Ländern – darunter 119 internationale und 39 nationale Ziele – und arbeitet dabei mit 21 Partnerfluggesellschaften zusammen.
"Als Flughafenbehörde eines der führenden Drehkreuze Europas legen wir großen Wert darauf, unsere operative Expertise durch internationale Partnerschaften weiter auszubauen. Die Vereinbarung über die Zusammenarbeit als Schwesterflughäfen mit dem Köln Bonn Airport wird einen wertvollen Austausch von Wissen und Erfahrungen in den Bereichen Vorfeldbetrieb, Flughafensicherheit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit ermöglichen", sagt Faruk Kacır, General Manager von HEAŞ.
In Nordrhein-Westfalen leben insgesamt rund eine Million Menschen türkischer Herkunft. Die nun geschlossene Kooperation zwischen den Flughäfen knüpft daran an und schafft zusätzliche Möglichkeiten für den fachlichen und persönlichen Austausch zwischen Köln, der Region und Istanbul. "Allein in Köln leben mehr als 90.000 Menschen türkischer Herkunft, die für eine kontinuierliche Nachfrage nach Flugverbindungen zwischen Köln/Bonn und Istanbul-Sabiha Gökçen sorgen. Diese Vereinbarung zwischen den Flughäfen stärkt die langjährig gewachsene Luftverkehrsverbindung zwischen der Türkei und Deutschland und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Verbindungen und die wirtschaftliche Entwicklung im Luftverkehr", sagt Hanita Ahmad, Executive Director von Istanbul Sabiha Gökçen (ISG).
Ziel des MoU ist es, Erfahrungen und Best Practices aus unterschiedlichen Bereichen des Flughafenbetriebs zu teilen, Wissen miteinander auszutauschen und so gemeinsam neue Impulse für die Weiterentwicklung der Flughäfen zu gewinnen – in operativen Bereichen wie auch in administrativen. Auch Hospitationen von Mitarbeitenden sind im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit vorgesehen, um Einblicke in die Abläufe und Arbeitsweisen des jeweils anderen Flughafens zu ermöglichen und den persönlichen Austausch zwischen den Belegschaften zu stärken.
Die Zusammenarbeit reicht dabei von der weiteren Optimierung des Passagierkomforts und der Aufenthaltsqualität über Terminal- und Flugbetriebsprozesse, Digitalisierung und neue Technologien bis hin zu Sicherheit und Nachhaltigkeit. Auch konkrete Themenfelder wie die gemeinsame Entwicklung neuer Flugverbindungen, die Ausarbeitung von Gastronomiekonzepten sowie der Austausch über die Infrastruktur auf den Vorfeldern gehören zur Kooperation. Mit der Unterzeichnung des MoU etablieren die Flughäfen eine langfristige fachliche Partnerschaft, die schrittweise mit konkreten Projekten und gemeinsamen Aktivitäten ausgebaut wird.
Im Luftverkehr bestehen bereits enge Beziehungen zwischen den Flughäfen: Bis zu sieben tägliche Flüge und insgesamt rund 40 Verbindungen pro Woche gibt es zwischen Köln/Bonn und Istanbul-Sabiha Gökçen. Die Türkei ist für Köln/Bonn mit rund 20 Direktzielen ein zentraler Zielmarkt. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Flughafen rund 2,6 Millionen Passagiere auf Flügen in die Türkei. Umgekehrt ist Deutschland für Istanbul-Sabiha Gökçen der wichtigste internationale Markt. Betrachtet man die Nationalitäten der Einreisenden im ersten Halbjahr 2026, lagen Deutsche unter den ausländischen Besucherinnen und Besuchern an erster Stelle.
Auf dem Bild (v.l): Faruk Kacır (General Manager von HEAŞ), Serap Güler (Staatsministerin im Auswärtigen Amt), Alparslan Bayraktar (Türkischer Minister für Energie und natürliche Ressourcen), Hendrik Wüst (Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen), Hanita Ahmad (Executive Director von Istanbul Sabiha Gökçen (ISG)) und Cenk Özöztürk (Geschäftsführer der Flughafen Köln/Bonn GmbH)