Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) hat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) vorgeworfen, ihre angeblich marktbeherrschende Stellung auszunutzen, um "Monopolrenditen" in unangemessener Höhe zu erwirtschaften. Dieser Vorwurf wird vom Flughafenverband ADV zurückgewiesen. Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV Ralph Beisel stellt klar: "Die vom BDF erhobenen Vorwürfe sind völlig haltlos: Kein einziger deutscher Flughafen kann derzeit kostendeckende Entgelte am Markt durchsetzen. Alle Flughäfen zahlen ca. zehn bis zu 50 Prozent der Kosten drauf."
Der Münchner Airport verzeichnete im ersten Halbjahr 2015 in allen Verkehrssegmenten Zuwächse: Mit 19,4 Millionen Fluggästen wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erneut ein Passagierrekord erzielt. Dies ist ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. "Wir sind auf gutem Weg, die Marke von 40 Millionen Fluggästen erstmals innerhalb eines Kalenderjahres zu überspringen, wie wir das Anfang des Jahres bereits angekündigt haben.", erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH (FMG), Dr. Michael Kerkloh.
Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) fordert die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) zu mehr Kostentransparenz und sinkenden Gebühren für die Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld auf. Dies erklärte BDF-Geschäftsführer Michael Engel heute anlässlich der Vorstellung der neuen Entgeltordnungen der FBB, die ab dem 01.01.2016 in Tegel und Schönefeld gelten sollen. Für den Flughafen Tegel hatte die FBB in ihrem Geschäftsbericht 2014 erst jüngst einen neuen Rekordüberschuss von 88,1 Mio. Euro ausgewiesen – ein Plus von rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ergebnisse für den Flughafen Schönefeld veröffentlicht die FBB in ihrem Geschäftsbericht nicht.
Die beiden Verkehrsflughäfen unter dem Dach der Mitteldeutschen Flughafen AG, Leipzig/Halle und Dresden, zählten im ersten Halbjahr insgesamt 1.785.530 Fluggäste. Das Passagieraufkommen an beiden Airports lag damit 1,1 Prozent über dem Vorjahr. Nachteilig auf die Entwicklung des ersten Halbjahres wirkten sich die bis zu sechs Streiks im Luftverkehr sowie 57 wetterbedingte Flugstreichungen aus. In Folge dessen konnten rund 8.000 Passagiere ihren Flug von und nach Dresden nicht antreten. In Leipzig/Halle entfielen rund 4.900 Fluggäste auf Grund nicht durchgeführter Flüge.
Im Juni 2015 sind 2.311.757 Passagiere über den Flughafen Zürich geflogen. Dies entspricht einem Plus von 0,8 Prozent gegenüber derselben Periode des Vorjahres. Die Zahl der Lokalpassagiere stieg im Juni 2015 um 2,1 Prozent auf 1.635.039. Der Transferanteil lag im gleichen Zeitraum bei 29,1 Prozent (-0,9 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr) und die Zahl der Umsteigepassagiere sank um 2,3 Prozent auf 670.264. Mit 23.604 Flugbewegungen sank im Juni 2015 deren Anzahl um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Zahl Passagiere pro Flug lag mit 115 Fluggästen 2,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Am Flughafen Stuttgart wurden im ersten Halbjahr nach vorläufigen Berechnungen 4.692.799 Fluggäste gezählt, das sind 7,9 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr (4.350.928 Fluggäste). Mit 61.760 Starts und Landungen von Januar bis Juni gab es dabei 3,4 Prozent mehr Flugbewegungen als im Vergleichszeitraum (59.758 Bewegungen). "Wir sind ab Jahresbeginn unerwartet stark gestartet, und der Trend hat stetig zugelegt. Unsere etablierten Airlines stellen sich dem Wettbewerb und die Angebote der neuen Airlines Easyjet und Ryanair werden vom Markt gut angenommen. Ohne die Streiks beim Sicherheitspersonal und bei den Piloten wäre das Wachstum wohl noch deutlicher ausgefallen", bilanzierte Prof. Georg Fundel, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG).
Die Anzahl der abgefertigten Passagiere stieg im Juni 2015 im Vorjahresvergleich um 1,7 Prozent auf insgesamt 2.170.898 an. Die Anzahl der Lokalpassagiere stieg ebenfalls im selben Zeitraum um 1,9 Prozent an. Bei den Transferpassagieren verzeichnete der Flughafen Wien im Juni 2015 einen Anstieg von 0,9 Prozent gegenüber dem Juni 2014. Die Flugbewegungen sanken um 0,8 Prozent, das Höchstabfluggewicht (Maximum Take Off Weight) entwickelte sich hingegen mit Plus 5,0 Prozent positiv. Das Frachtaufkommen stieg im Juni 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent.
Am Flughafen Frankfurt setzte sich in der ersten Jahreshälfte 2015 das Wachstum der Passagierzahlen fort. Insgesamt 28,9 Millionen Passagiere bedeuteten ein kräftiges Plus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und eine neue Höchstmarke fürs Halbjahr. Dabei stieg der Durchschnittswert "Passagiere pro Passagierflug" auf 135,4 und lag so hoch wie nie zuvor in Frankfurt. Die Höchststartgewichte stiegen um 3,3 Prozent auf 14,4 Millionen Tonnen an, während die Zahl der Flugbewegungen bei 229.582 Starts und Landungen stabil blieb (plus 0,2 Prozent). Das Cargo-Aufkommen hingegen verzeichnete ein Minus von 1,8 Prozent auf rund 1,04 Millionen Tonnen.
Auch das Verkehrsergebnis im Monat Juni spiegelt die laufende Konsolidierungsstrategie der Austrian Airlines wider: Der Kontinentalverkehr ist durch das schwache Geschäft in Osteuropa mit Krise zwischen Russland und derUkraine rückläufig, wenn auch nicht so stark wie in den Vormonaten. Zuwächse gibt es trotz Krise im Nahen Osten hingegen im Interkontinentalgeschäft. Während der Europaverkehr im Monat Juni mit minus 1,4 Prozent auf 908.000 Fluggäste rückläufig war, wuchs der Interkontinentalverkehr im selben Monat um plus 5,8 Prozent auf 159.000 Fluggäste.