Für die nationale und europäische Verteidigungsfähigkeit ist der souveräne Zugang zum All unerlässlich, und angesichts der verschärften sicherheitspolitischen Lage sei der Ausbau von Startplätzen entscheidend, um die reaktionsschnelle Handlungsfähigkeit Deutschlands und Europas dauerhaft sicherzustellen. OHB wird dabei zum immer wichtigeren Player.
Der Weltraum spielt für die Sicherheit Deutschlands und Europas eine Schlüsselrolle. Der Bundesminister der Verteidigung, Boris Pistorius, der sich im Rahmen seiner Sommerreise neben Truppenbesuchen auch Standorte der verteidigungsrelevanten Industrie besucht, hat dabei betont, dass ein eigener Startplatz für die Bundeswehr in Erwägung gezogen wird.
Bei OHB und der European Spaceport Company wird diese Einschätzung ausdrücklich begrüßt. "Wir sind in sehr intensiven Vorbereitungen, um Deutschland eine eigene, souveräne und flexible Startfähigkeit zur Verfügung zu stellen", erklärt Sabine von der Recke, Geschäftsführerin der European Spaceport Company. "Gerade für den militärischen Bedarf brauchen wir deutlich mehr Resilienz in den Startkapazitäten und wir sind bestens darauf vorbereitet, damit schnell loszulegen."
Bei seinem Besuch beim Raumfahrtunternehmen OHB in Bremen vergangene Woche hatte der Minister das Thema Startplätze auch mit dem Vorstandsvorsitzenden Marco Fuchs besprochen. Fuchs erklärte in der nachfolgenden Konferenz, dass die Arbeiten am Konzept Offshore-Spaceport weitergehen: "Wir haben mit der Nordsee angefangen, aber mittlerweile hat sich das Interessensgebiet deutlich erweitert – es gibt seit den ersten Überlegungen einen viel größeren Bedarf an Satelliten und damit auch an Startplätzen, und deshalb sollten wir auch groß denken."
Mit der European Spaceport Company wurde ein eigenes Unternehmen gegründet, das die im OHB-Konzern vorhandene Expertise im Bereich Startplatzinfrastruktur bündelt und es sich zum Ziel gemacht hat, zukünftig Startmöglichkeiten für verschiedenste Nutzergruppen und Trägerraketensysteme bereitzustellen. Der Fokus liegt dabei sowohl auf maritimen als auch auf landbasierten Startplattformen. Dadurch sollen die Kapazitäten existierender Startplätze erweitert und zusätzlich neue Startmöglichkeiten geschaffen werden.