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Leipzig/Halle erweitert für Fracht- und Kleinflugzeuge

 

18. Okt 2018 - 00:10 Uhr


Wirtschaft

Leipzig/Halle erweitert für Fracht- und Kleinflugzeuge

Das Frachtaufkommen am Flughafen Leipzig/Halle, Deutschlands zweitgrößtem Luftfrachtdrehkreuz, hat sich seit 2007 mehr als verzehnfacht und verzeichnet weiterhin ein überproportionales Wachstum.


Dementsprechend will der Airport schrittweise die zur Verfügung stehenden Flächen entwickeln, um den unterschiedlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. So sind unter anderem die Errichtung eines Leercontainerterminals, speziell gesicherter Parkflächen für LKWs sowie der Bau eines Wartungshangars für Kleinflugzeuge geplant. Darüber hinaus entwickelt der Flughafen die Infrastrukturen im Bereich der Luftfrachtabfertigung weiter und wird damit dem kontinuierlich wachsenden Aufkommen gerecht.


Getragen wird das Wachstum des Frachtaufkommens am Flughafen Leipzig/Halle insbesondere durch den weltweit zunehmenden E-Commerce-Handel und die hierdurch jährlich steigenden Volumina des DHL Drehkreuzes Leipzig. Um dieser für die mitteldeutsche Region positiven Entwicklung Rechnung zu tragen und die Weiterentwicklung langfristig zu sichern, bereitet die Flughafen Leipzig/Halle GmbH als Grundstückseigentümerin zudem Planungen zur Erweiterung der Infrastruktur im Frachtbereich vor.


Infrastruktur fürs DHL-Drehkreuz


Gegenstand der Planung sind die Erweiterung des Vorfelds 4, die Errichtung von zusätzlichen Rollwegen sowie die Erweiterung von Hochbauten. In Vorbereitung des dazu notwendigen Planänderungsverfahrens beabsichtigt die Flughafen Leipzig/Halle GmbH, Anfang 2019 Unterlagen bei der Landesdirektion Sachsen einzureichen.


Das Vorfeld 4 befindet sich im südwestlichen Bereich des Flughafens und wird von DHL Express für den Betrieb ihres weltweit größten Luftfrachtdrehkreuzes genutzt. Die Erweiterung wird auf Grund der stetig steigenden Sendungsmengen am DHL Drehkreuz Leipzig notwendig. So stieg das Aufkommen seit 2010 um rund 150.000 Sendungen pro Nacht auf derzeit 350.000.


Diese nachhaltige Entwicklung erfordert einen Ausbau der Abstellkapazitäten für Flugzeuge. Hinzu kommt, dass in Zukunft größere Fracht-Flugzeuge Fracht im DHL-Netzwerk transportieren werden. Hierzu zählen unter anderem die neu in die Flotte zu integrierenden Airbus A330-Frachter.


Kleinflugzeuge bekommen Hangar


Der Ausbau der Abstellkapazitäten für Flugzeuge im Bereich des Drehkreuzes ist auch erforderlich, da die Standplatz-Kapazitäten auf den drei weiteren Vorfeldern des Airports auf Grund der allgemeinen Verkehrsentwicklung in Spitzenzeiten ausgelastet sind. Für diese soll zudem ein Wartungshangar gebaut werden. Die Vorfeld-Erweiterung erachtet der Flughafen als essentiell für den langfristigen Weiterbetrieb des Drehkreuzes am Standort Leipzig/Halle.


Gegenstand der Planungen sind der Ausbau der Standplatzkapazitäten für Flugzeuge sowie zwei Rollweg-Anbindungen des Vorfeldbereiches an die Start- und Landebahn Süd. Darüber hinaus ist der Bau zweier bereits planfestgestellter Rollwege im nordöstlichen beziehungsweise im südwestlichen Bereich der Start- und Landebahn Süd vorgesehen. Insgesamt umfassen die geplanten Flächen für Rollwege und Vorfelderweiterung rund 67 Hektar. Die zusätzlichen Rollwege am nordöstlichen Ende der Start- und Landebahn Süd dienen der verbesserten Anbindung der Start- und Landebahn Nord.


Vorfeld ausbauen


Das Vorfeld 4 wurde 2007 in Betrieb genommen. Im Jahr 2010 wurde es erstmals erweitert und bietet Platz für bis zu 60 Flugzeuge. Das geplante Ausbauvorhaben ermöglicht, abhängig vom Flugzeugtyp, bis zu 36 weitere Parkpositionen. Die Flächen für die Erweiterung des Vorfeldes befinden sich weitgehend innerhalb des Airport-Geländes.


Die geplanten Investitionen für den Bau der Rollwege sowie die Vorfelderweiterung belaufen sich auf rund 210 Millionen Euro und werden durch die Flughafen Leipzig/Halle GmbH getätigt. Die Investitionen refinanzieren sich durch die Verkehrserlöse und die Einnahmen aus der langfristigen Vermietung der Vorfeldareale.


Gutachten zu Auswirkungen


Zur Beurteilung der Auswirkungen, die mit dem Ausbauvorhaben eintreten können, werden von der Flughafen Leipzig/Halle GmbH umfangreiche Gutachten eingeholt. Hierzu zählen unter anderem eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung, ein Gutachten zur Entwicklung des Verkehrsaufkommens, schalltechnische Gutachten zur Boden-, Fluglärm- und Gesamtlärmsituation sowie Gutachten zu Luftschadstoffimmissionen. Darüber hinaus werden artenschutz- und naturschutzfachliche Bestandsaufnahmen sowie ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt.


Johannes Jähn, Vorstand der Mitteldeutschen Flughafen AG und Geschäftsführer der Flughafen Leipzig/Halle GmbH betont: "Das nachhaltige Engagement von DHL am Standort Leipzig/Halle war ausschlaggebend dafür, dass der Flughafen zu einem Luftfracht- und Logistikstandort von europäischem Rang und Entwicklungsmotor für die Region Mitteldeutschland geworden ist." Jähn ergänzt: "Dass wir vorhandene Flächenreserven jetzt gezielt erschließen können, ist ein maßgeblicher Standortvorteil unseres Airports und Grundlage für ein nachfragegerechtes Wachstum. Wie bei den bisherigen Ausbauvorhaben haben wir bei der Planung nicht nur die Weiterentwicklung des Flughafens als Luftverkehrs- und Logistikstandort im Blick, sondern auch den weitreichenden Schutz von Mensch und Natur."


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