Die Airbus Group hat in den ersten neun Monaten 2014 einen höheres Ergebnis erzielt. Die veröffentlichten Zahlen spiegeln eine konzernweite Verbesserung im operativen Geschäft wider. Die starke Nachfrage bei Zivilflugzeugen hält allgemein an. Das zeigt sich im Netto-Book-to-Bill-Verhältnis über 1 (Stand Ende September), womit das Jahresziel bereits erreicht ist. Im Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft ist ebenfalls eine anhaltende Wachstumsdynamik zu verzeichnen.
Der Auftragseingang2 der Airbus Group belief sich in den ersten neun Monaten 2014 auf 78,7 Mrd. Euro (Januar bis September 2013: 137,0 Mrd. Euro1), der Auftragsbestand2 lag zum 30. September 2014 bei 765,4 Mrd. Euro (Jahresende 2013: 680,6 Mrd. Euro1). Airbus verbuchte 791 Nettobestellungen für Verkehrsflugzeuge (Januar bis September 2013: 1.062 Nettobestellungen1). Der Netto-Auftragseingang bei Airbus Helicopters betrug 208 Hubschrauber (Januar bis September 2013: 276 Hubschrauber), darunter 19 Super Puma.
Der Auftragseingang bei Airbus Defence and Space stieg wertmäßig um 16 Prozent, getragen von einer starken Nachfrage nach leichten und mittelschweren Transportflugzeugen und von Auftragseingängen im dritten Quartal, unter anderem für drei Telekommunikationssatelliten.
"In den ersten neun Monaten 2014 konnten wir Umsatz und Rentabilität dank einer verbesserten operativen Leistung steigern. Wir haben entscheidende Ziele wie die Zulassung der A350 und den Erstflug der A320neo erreicht und dabei auch noch unser Cash Flow-Profil verbessert", sagte Tom Enders, CEO der Airbus Group. "Wir sollten jedoch nicht vergessen: Noch sind einige Herausforderungen zu bewältigen, darunter der Übergang zur A330neo sowie der Hochlauf der Programme A350 und A400M. Das erfordert weiterhin die volle Aufmerksamkeit des Managements." Der Umsatz des Konzerns stieg um vier Prozent auf 40,5 Mrd. Euro (Januar bis September 2013: 38,9 Mrd. Euro1).
Der Umsatz bei Zivilflugzeugen stieg um 5,5 Prozent und spiegelt den Auslieferungsmix wider. In den ersten neun Monaten wurden 21 A380 ausgeliefert, gegenüber 14 in den ersten neun Monaten 2013. Insgesamt lagen die Auslieferungen bei 443 Flugzeugen (Januar bis September 2013:445 Auslieferungen). Die Hubschraubersparte steigerte den Umsatz um drei Prozent und lieferte 295 Hubschrauber aus, darunter die erste EC145 T2 (Januar bis September 2013: 312 Auslieferungen). Der Umsatz bei Raumfahrt und Verteidigung blieb stabil; im dritten Quartal starteten zwei Ariane-5-Trägerraketen erfolgreich, ein dritter Start erfolgte im Oktober. Mitte November setzte das Philae-Landemodul der Rosetta-Sonde erfolgreich auf einem Kometen auf – eine Weltpremiere.
Das Konzern-EBIT* vor Einmaleffekten – die Kennzahl zur Erfassung der operativen Gewinnspanne ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten aus Rückstellungsveränderungen für Programme und Restrukturierungen oder Währungsschwankungen – stieg auf 2.590 Mio. Euro (Januar bis September 2013: 2.320 Mio. Euro1). Das EBIT* vor Einmaleffekten bei Zivilflugzeugen erreichte 1.780 Mio. Euro (Januar bis September 2013: 1.712 Mio. Euro1). Dies spiegelt Verbesserungen im operativen Geschäft wider, darunter die Fortschritte im Hinblick auf das Erreichen der Gewinnschwelle im A380-Programm, ebenso wie die günstige Entwicklung fällig werdender US-Dollar-Kurssicherungen. Belastet wurde das EBIT* vor Einmaleffekten durch höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie durch Unterstützungskosten für die A350 XWB.
Das EBIT* vor Einmaleffekten von Airbus Helicopters lag bei 241 Mio. Euro (Januar bis September 2013: 217 Mio. Euro). Dies ist insbesondere auf die Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit der Super-Puma-Flotte zurückzuführen. Das EBIT* vor Einmaleffekten bei Defence and Space betrug 370 Mio. Euro (Januar bis September 2013: 356 Mio. Euro1). Das EBIT* von Zentrale/Eliminierungen/Übrige stieg auf 199 Mio. Euro (Januar bis September 2013: 35 Mio. Euro) und beinhaltete den Verkauf der Konzernzentrale in Paris in der ersten Jahreshälfte 2014. Die Umsatzrendite des Konzerns auf Basis des EBIT* vor Einmaleffekten lag bei 6,4 Prozent (Januar bis September 2013: 6,0 Prozent1).
Das A350-XWB-Programm nimmt Fahrt auf: Die Musterzulassung der Luftfahrtbehörden EASA und FAA wurde erteilt und das Programm liegt im Plan für die Indienststellung Ende des Jahres. Der Konzern arbeitet weiterhin am effizienten Produktionshochlauf und behält dabei Reifegrad und die Entwicklung der laufenden Kosten genau im Blick. Die A320neo absolvierte im dritten Quartal ihren Erstflug im ursprünglich vorgegebenen Zeitplan und soll voraussichtlich im vierten Quartal 2015 in Dienst gehen. Bei Airbus Helicopters steht die EC175 vor ihrer Indienststellung im letzten Quartal 2014.
Das Restrukturierungsprogramm bei Airbus Defence and Space ist auf Kurs, im September wurden die Ergebnisse der Portfolioprüfung bekannt gegeben. Die damit verbundenen Veräußerungen sind in Vorbereitung. Der industrielle Hochlauf im Programm A400M schreitet voran. Mit einigen Verzögerungen beginnt nun der schrittweise Ausbau der militärischen Fähigkeiten, dessen Abfolge ebenso wie die Auslieferungen derzeit mit den Kunden verhandelt werden. Die Bewertung der damit verbundenen Kosten und Risiken sowie von Maßnahmen zu deren Minimierung läuft. Ein vertragliches Kündigungsrecht kann seit dem 01. November 2014 ausgeübt werden. Das Management hält es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass von diesem Recht Gebrauch gemacht wird. 2014 wurden vier A400M ausgeliefert; die Vorbereitungen der ersten Auslieferungen an Deutschland und Großbritannien sind im Gange.
Das berichtete EBIT*3 stieg um 21 Prozent auf 2.583 Mio. Euro (Januar bis September 2013: 2.131 Mio. Euro1); Einmaleffekte beschränkten sich auf eine Aufwendung in Höhe von sieben Mio. Euro aufgrund der Differenz von Dollar-Zu- und -Abflüssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten sowie bilanzieller Neubewertungen. Das Finanzergebnis lag bei -612 Mio. Euro (Januar bis September 2013: -435 Mio. Euro1), das Konzernergebnis4 stieg auf 1.399 Mio. Euro (Januar bis September 2013: 1.203 Mio. Euro1). Dies entspricht einem Gewinn je Aktie von 1,79 (Januar bis September 2013: 1,511). Konzernergebnis und Ergebnis je Aktie enthielten Belastungen in Höhe von -178 Mio. Euro für wechselkursbedingte Neubewertungen vor Steuern, die insbesondere im dritten Quartal anfielen. Die Aufwendungen des Konzerns für eigenfinanzierte Forschung und Entwicklung (F&E) beliefen sich auf 2.376 Mio. Euro (Januar bis September 2013: 2.152 Mio. Euro1).
Der Free Cash Flow vor Übernahmen verbesserte sich deutlich auf -2.090 Mio. Euro (Januar bis September 2013: -4.749 Mio. Euro1) und spiegelt eine strenge Cash-Kontrolle bei gleichzeitigen Investitionen in die Produktion und in Entwicklungsprogramme wider.
Der Konzern verbuchte im dritten Quartal einen positiven Free Cash Flow vor Übernahmen in Höhe von 180 Mio. Euro (Q3 2013: -686 Mio. Euro1). Die Nettoliquidität lag zum 30. September 2014 bei 5,3 Mrd. Euro (Jahresende 2013: 8,5 Mrd. Euro1). Für das Jahr 2013 wurden 587 Mio. Euro Dividenden gezahlt. 2014 wurde ein Beitrag von 349 Mio. Euro zum Pensionsplanvermögen zugeführt.
Die Bruttoliquidität belief sich zum 30. September 2014 auf 12,4 Mrd. Euro Ausblick
Der Ausblick der Airbus Group für das Geschäftsjahr 2014 basiert auf der Erwartung, dass Weltwirtschaft und Luftverkehr gemäß den vorherrschenden unabhängigen Prognosen wachsen und dass es zu keinen größeren Turbulenzen kommt. 2014 dürften die Auslieferungen bei Airbus – einschließlich der ersten A350 XWB – in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Die Zahl der Nettobestellungen für Zivilflugzeuge wird die der Auslieferungen übersteigen.
Bei einem Wechselkurs von 1 Euro = 1,35 US-Dollar rechnet die Airbus Group mit stabilen Umsätzen im Vergleich zu 20135.
Auf Basis des EBIT* vor Einmaleffekten erwartet die Airbus Group für 20145 eine moderate Steigerung der Umsatzrendite. Das Umsatzrenditeziel von sieben bis acht Prozent6 für das Jahr 2015 bleibt unverändert; davon ausgenommen sind die Entwicklungskosten für die A330neo, die eine Nettoauswirkung von etwa ‑70 Basispunkten haben dürften. Die Entwicklung des EBIT* sowie des Gewinns je Aktie* der Airbus Group wird von der Fähigkeit abhängen, Belastungen durch Einmaleffekte gering zu halten.
Einmaleffekte sollten sich nach derzeitigem Stand auf folgende potenzielle Belastungen beschränken: auf das A350-XWB-Programm, auf Währungseffekte aufgrund der Differenz von Dollar-Zu- und -Abflüssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten sowie auf bilanzielle Neubewertungen. Das A350-XWB-Programm birgt weiterhin Herausforderungen. Jede Änderung des Zeitplans und der Kostenannahmen könnte zunehmend höhere Rückstellungen zur Folge haben.
Im A400M-Programm werden derzeit folgende Punkte geprüft und bis zum Jahresabschluss 2014 ausgearbeitet: Die insbesondere mit den Herausforderungen des Ausbaus der militärischen Funktionalitäten stehende negative Kosten- und Risikoentwicklung, die Verzögerungen bei Flugzeugabnahme und Produktionshochlauf sowie Maßnahmen zu deren Minimierung.
Die Airbus Group strebt für 2014 einen ausgeglichenen Free Cash Flow vor Übernahmen an.
* Die Airbus Group verwendet das EBIT vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten als Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Leistung. Der Terminus "außerordentliche Posten" bezieht sich auf Sachverhalte wie Aufwendungen aus Abschreibungen der aufgedeckten stillen Reserven aus der Gründung von EADS, dem Airbus-Unternehmenszusammenschluss, der Gründung von MBDA sowie in diesem Zusammenhang stehende Wertminderungen aufgrund von Werthaltigkeitstests.
| Airbus Group | 9M 2014 | 9M 20131 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz, in Mio. | 40.497 | 38.947 | +4 % |
| davon Verteidigung, in Mio. | 6.917 | 6.920 | 0 % |
| EBITDA7, in Mio. | 4.022 | 3.440 | +17 % |
| EBIT3 vor Einmaleffekten, in Mio. | 2.590 | 2.320 | +12 % |
| EBIT3, in Mio. | 2.583 | 2.131 | +21 % |
| Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, in Mio. | 2.376 | 2.152 | +10 % |
| Konzernergebnis (Net Income)4, in Mio. | 1.399 | 1.203 | +16 % |
| Gewinn je Aktie4 | 1,79 | 1,51 | +19 % |
| Free Cash Flow (FCF), in Mio. | - 2.120 | - 4.764 | – |
| FCF vor Übernahmen, in Mio. | - 2.090 | - 4.749 | – |
| FCF vor Kundenfinanzierungen, in Mio. | - 2.191 | - 4.346 | – |
| Auftragseingang2, in Mio. | 78.696 | 136.967 | -43 % |
| Airbus Group | 30. Sept. 2014 | 31. Dez. 20131 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Auftragsbestand2, in Mio. | 765.350 | 680.560 | +12 % |
| davon Verteidigung, in Mio. | 42.215 | 42.630 | -1 % |
| Nettoliquidität, in Mio. | 5.346 | 8.454 | -37 % |
| Mitarbeiter | 139.248 | 138.404 | +1 % |
| Divisionen | Umsatz | EBIT3 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| (Beträge in Mio. €) | 9M 2014 | 9M 20131 | Veränderung | 9M 2014 | 9M 20131 | Veränderung |
| Airbus | 28.820 | 27.328 | +5 % | 1.773 | 1.523 | +16 % |
| Airbus Helicopters | 4.260 | 4.132 | +3 % | 241 | 217 | +11 % |
| Airbus Defence and Space | 8.197 | 8.382 | -2 % | 370 | 356 | +4 % |
| Zentrale / Eliminierungen / Übrige | - 780 | - 895 | – | 199 | 35 | – |
| Gesamt | 40.497 | 38.947 | +4 % | 2.583 | 2.131 | +21 % |
| Divisionen | Auftragseingang2 | Auftragsbestand2 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| (Beträge in Mio. €) | 9M 2014 | 9M 20131 | Veränderung | 30. Sept. 2014 | 31. Dez. 20131 | Veränderung |
| Airbus | 68.479 | 125.964 | -46 % | 711.825 | 625.595 | +14 % |
| Airbus Helicopters | 3.281 | 4.177 | -21 % | 11.440 | 12.420 | -8 % |
| Airbus Defence and Space | 8.227 | 7.120 | +16 % | 43.647 | 43.208 | +1 % |
| Zentrale / Eliminierungen / Übrige | - 1.291 | - 294 | – | - 1.562 | - 663 | – |
| Gesamt | 78.696 | 136.967 | -43 % | 765.350 | 680.560 | +12 % |
| Airbus Group | Q3 2014 | Q3 20131 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz, in Mio. | 13.297 | 13.277 | 0 % |
| EBIT vor Einmaleffekten, in Mio. | 821 | 706 | +16 % |
| EBIT3, in Mio. | 744 | 653 | +14 % |
| Konzernergebnis (Net Income)4, in Mio. | 264 | 445 | -41 % |
| Gewinn je Aktie4 | 0,34 | 0,56 | -39 % |
| Divisionen | Umsatz | EBIT3 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| (Beträge in Mio. €) | Q3 2014 | Q3 20131 | Veränderung | Q3 2014 | Q3 20131 | Veränderung |
| Airbus | 9.391 | 9.226 | +2 % | 416 | 428 | -3 % |
| Airbus Helicopters | 1.459 | 1.548 | -6 % | 91 | 89 | +2 % |
| Airbus Defence and Space | 2.681 | 2.818 | -5 % | 147 | 140 | +5 % |
| Zentrale / Eliminierungen / Übrige | -234 | -315 | – | 90 | -4 | – |
| Gesamt | 13.297 | 13.277 | 0% | 744 | 653 | +14 % |
Der Umsatz für das dritte Quartal (Q3) 2014 blieb im Vergleich zum dritten Quartal 2013 stabil. Das EBIT* für das dritte Quartal (Q3) 2014 stieg um 14 Prozent auf 744 Mio. Euro Dies ist insbesondere auf das positive Ergebnis der Zentrale zurückzuführen, das einen höheren Beitrag von Dassault Aviation enthielt. Im dritten Quartal 2014 verringerte sich das Konzernergebnis aufgrund einer wechselkursbedingten Neubewertung der US-Dollar-Verbindlichkeiten.
Fußnoten
1. Die Zahlen für das Jahr 2013 wurden angepasst, um die Rechnungslegung nach IFRS 10 und IFRS 11 darzustellen. Wo erforderlich, wurden auch die Kennzahlen der Divisionen angepasst, um der seit 1. Januar 2014 bestehenden neuen Konzernstruktur Rechnung zu tragen.
2. Beiträge und Bestände aus dem zivilen Flugzeuggeschäft zum Auftragseingang bzw. Auftragsbestand basieren auf Listenpreisen.
3. Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten.
4. Die Airbus Group verwendet weiterhin den Begriff Konzernergebnis (Net Income). Das Konzernergebnis ist identisch mit dem Ergebnis, das den Eigentümern des Mutterunternehmens gemäß den IFRS-Regeln zusteht.
5. Verglichen mit den für 2013 ausgewiesenen Zahlen (vor Anpassung gemäß IFRS 11).
6. Umsatzrendite auf Basis des EBIT* vor Einmaleffekten einschließlich Berücksichtigung der Verwässerung durch A350 XWB bei einem Euro-/Dollar-Wechselkurs von 1,35.
7. Gewinn vor Zinsen, Steuern, Wertminderungen, Abschreibungen und außerordentlichen Posten.
Bestimmte Aussagen geben laut Airbus keine Fakten wieder, sondern sind vorausschauende Aussagen und Erwartungen, die sich auf die Überzeugungen der Geschäftsleitung stützen.