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Lufthansa mustert letzten Airbus A340-600 aus

 

19. Okt 2026 - 21:33 Uhr


Zivile Luftfahrt

Lufthansa mustert letzten Airbus A340-600 aus

Heute endet eine Ära: Mit der Landung von Flug LH419 aus Washington D.C. stellt Lufthansa das Muster Airbus A340-600 nach 23 Jahren kommerziellem Betrieb außer Dienst.


Kapitän des letzten Fluges war Francesco Sciortino, Mitglied des Bereichsvorstands Lufthansa Airlines und Hubmanager Frankfurt, der die A340-600 selbst seit vielen Jahren fliegt. Nach acht Stunden und fünf Minuten landete das Flugzeug mit der Kennung D-AIHW mit 267 Passagieren und 15 Crewmitgliedern an Bord pünktlich am Frankfurter Flughafen und wurde dort von zahlreichen Luftfahrtenthusiasten erwartet. An Bord gab es langanhaltenden Applaus. Viele der Gäste hatten sich eigens ein Ticket gekauft, um an diesem besonderen Flug teilzunehmen. Alle Passagiere erhielten ein eigens erstelltes Abschiedsbüchlein als Geschenk.


Francesco Sciortino: "Diesen letzten Flug mit der A340-600 werden wir nicht vergessen. Ich bin dankbar dafür, dass dieses Flugzeug in 23 Jahren mehr als 40 Millionen Gäste sicher quer über den Globus geflogen hat. Gleichzeitig freuen wir uns über die größte Flottenmodernisierung in der Geschichte des Unternehmens. Die 346 geht und dafür kommen Flugzeuge der modernsten Bauart – leiser, effizienter und mit mehr Komfort. Schon bald erwarten wir den Airbus A350-1000, weitere Boeing 787 und im kommenden Jahr auch die Boeing 777-9. Wir investieren in unsere Premiumangebote für die Gäste und erneuern dabei nicht nur die Flugzeuge, sondern auch die Angebote und Services am Boden und in der Luft..."


23 Jahre ohne Unfall – A340-600


Am 25. November 2003 übernahm Lufthansa ihr erstes Exemplar der A340-600 — die D-AIHB, die 2004 auf den Namen "Bremerhaven" getauft wurde. Mit 75,30 Metern war die A340-600 damals das längste Verkehrsflugzeug der Welt. Erste Ziele im Lufthansa Streckennetz waren Buenos Aires und Santiago de Chile.


In den folgenden zwei Jahrzehnten schrieb die A340-600 bei Lufthansa Geschichte: Sie flog unter anderem für die Klimaforschung im Rahmen des CARIBIC-Projekts und brachte die deutsche Fußballnationalmannschaft zur erfolgreichen Weltmeisterschaft nach Brasilien. Im März 2022 kehrte sie als erstes Flugzeug nach dem pandemiebedingten Grounding nach Washington D.C. zurück. Insgesamt 24 Flugzeuge dieses Typs betrieb Lufthansa.


Neue Flotte: Sparsamere Flugzeuge, weniger Muster


Die Außerdienststellung der A340-600 ist Teil der größten Flottenmodernisierung in der Geschichte von Lufthansa. Neben der A340-600 fliegen auch der Airbus A340-300, der Airbus A330-200 und die Boeing 747-400 bis 2027 in den Ruhestand. All diese werden von vier Triebwerken angetrieben. Das macht sie entsprechend Kerosin-durstig. An ihre Stelle treten hochmoderne Airbus A350-1000 und Boeing 777-9. Diese Flugzeuge sind leiser und verbrauchen laut Herstellerangaben 30 Prozent weniger Kerosin und stoßen entsprechend weniger Emissionen aus. 18 Boeing 787-9 sind bereits im Einsatz, weitere elf Flugzeuge dieses Typs werden bis 2027 ausgeliefert.


Bis 2028 werden voraussichtlich 70 Prozent der Langstreckenflotte von Lufthansa aus Flugzeugen der nächsten Generation bestehen – ein wichtiger Hebel für mehr Effizienz und Komfort. Weniger Typenvielfalt bedeutet zugleich weniger Komplexität in der Wartung, Planung und Schulung und damit eine wirtschaftlich tragfähigere Basis für die Zukunft.


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