OK
Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren
Aerosieger.de
Das Luftfahrt-MAGAZIN
Montag, 23. April 2018, 23:07 Uhr
Facebook

METAR/TAF

Airport Wetter

Flughafenkennung
4-stelliger ICAO-Code:

Fenestron feiert Geburtstag mit Sicherheit

 

13. Apr 2018 - 13:41 Uhr


Info und News

Fenestron feiert Geburtstag mit Sicherheit

Am 12. April 1968 hob der erste Fenestron, der von Paul Fabre und René Mouille erfunden wurde, am Heckausleger des zweiten Prototypen der Gazelle ab. Damit wurde der ummantelte Heckrotor zum Wahrzeichen von Sud Aviation, Aerospatiale, Eurocopter und schließlich Airbus Helicopters.


Mit der modernen H160 von Airbus Helicopters ist die geräuscharme, besonders sichere Technologie auch in der neuen Hubschraubergeneration vertreten. Ursprünglich verkleidete man den Heckrotor, um einerseits das Bodenpersonal, andererseits aber auch den Rotor selbst beim Vorwärtsflug und unter schwierigen Betriebsbedingungen zu schützen. Hierzu zählte unter anderem die Arbeit in der Nähe von Hochspannungsleitungen. Um den Geräuschpegel zu senken, wurde von einer Fenestron-Generation zur nächsten geforscht und optimiert.


"Kleines Fenster" für kleinere Muster


Der ursprüngliche Name "Fenestrou" – das provenzalische Wort für "kleines Fenster" – entwickelte sich schnell zum bekannten Fenestron. Dieser wurde 1972 an der Gazelle zertifiziert und anschließend in den ersten Prototyp der einmotorigen Dauphin eingebaut, die im Juni desselben Jahres zum Erstflug abhob. Tests mit der sieben Tonnen schweren Puma im Jahr 1975 zeigten hingegen: Mit einem Durchmesser von 160 cm und den elf Schaufeln am Heckrotor war der Fenestron zu schwer und führte zu einem hohen Verbrauch an Treibstoff, so dass er sich für diese Hubschrauberklasse letztlich nicht eignete.


Die zweite Generation entstand Ende der 70er Jahre mit einem Fenestron aus Verbundwerkstoffen. In der Dauphin hatte er mit 110°cm einen um 20 Prozent größeren Durchmesser. Diese Verbesserung war der amerikanischen Küstenwache zu verdanken, die für ihre Such- und Rettungsmissionen eine sehr wendige Maschine benötigte. Die Hubschrauber dieser Zeit sind noch heute aktiv und haben über 1,5 Millionen Flugstunden erflogen.


Zwischenzeitlich wurde weitergeforscht, um die Form des Fenestron und seine Schaufelflächen zu optimieren und ihn insbesondere in bestimmten Flugphasen leiser zu machen. Zwischen 1987 und 1991 wurde er erfolgreich an einer Ecureuil getestet. Der damalige Prototyp ist noch immer im Eingang zum Sitz von Airbus Helicopters in Marignane zu sehen.


Fortentwicklung bei Gewicht und Geräusch


1994 erhielt die H135 die dritte Fenestron-Generation, die durch die unregelmäßige Anordnung der Schaufeln deutlich geräuschärmer war. 1999 hob erstmals die H130 mit einem aus dieser Version abgeleiteten Fenestron ab. Die H145 folgte 2010. Seitdem tragen auch die beiden Donauwörther Hubschrauberprogramme das Markenzeichen des Unternehmens.


50 Jahre nach der Entstehung des Fenestrons besitzt die H160 das modernste und größte Modell, das jemals in einer Maschine von Airbus verbaut wurde. Sein Durchmesser beträgt 120 cm. Seine 12-Grad-Neigung macht den aktuellen Heckrotor noch leistungsstärker, sodass er mehr Nutzlast erlaubt und den Hubschrauber insbesondere im langsamen Flug sehr stabil hält. Die H160 hat gute Chancen, den Markt der mittelschweren zweimotorigen Maschinen zu erobern. Damit dürfte der Fenestron auch in den nächsten Jahrzehnten das Markenzeichen von Airbus Helicopters bleiben.


Diesen Beitrag empfehlen

(L6_2_139)
Seite erstellt in 0.522248 Sekunden.